Fiji Island Hopping mit dem Yasawa Flyer

6 Inseln in 10 Tagen – „Bula!“

Meine schwedische Freundin Kat und ich entschieden eines kalten Wintertages in Neuseeland, dass wir uns doch eigentlich so einen Kurzurlaub in Fidschi mal leisten könnten – wenn wir doch eh schon am anderen Ende der Welt waren. Jetzt oder nie! Einen Monat später ging’s los, erst von Queenstown bis nach Auckland und weiter nach Nadi, der fünftgrößten Stadt Fidschis.

Dort wurden wir von der angenehmsten Hitzewand seit langem empfangen und mit dem Shuttle zum Hostel „Smugglers“ gefahren. Wir hatten 12 Tage Fidschi gebucht, davon die erste und letzte Nacht in Nadi und 10 Tage waren wir mit dem Yasawa Flyer, dem großen gelben Boot, auf den Inseln unterwegs, konnten stoppen so oft wir wollten – oder die ganze Zeit auf derselben Insel bleiben. Perfekt!

Obwohl es schon dunkel war gönnten wir uns als erstes ein herrliches Bad im warmen Meer. Und als zweites ein Gericht aus Fidschi namens „Kokoda“, ein roher Fischsalat, der sehr gut schmeckte.
Am nächsten Morgen ging es zusammen mit vielen Backpackern los zum Hafen und auf den Yasawa-Flyer. Unseres Wissens nach wurde es je nördlicher umso schöner, also fuhren wir gleich zu Anfang die ca. 5 Stunden rauf bis zur nördlichsten Insel, um ja das beste nicht zu verpassen! -006
Allein die Fahrt dahin in der Sonne mit dem Wind in den Haaren und Meeresrauschen war schon so schön.
Wir buchten an Bord eine der zwei vorhandenen Unterkünfte auf der Insel, wurden von einem kleinen Boot abgeholt – und von vier musizierenden und singenden Fidschianern am Strand empfangen.
Sogar mit frisch gepresstem Orangensaft! So müsste man immer begrüßt werden! „Bula!“, riefen sie uns entgegen. Das heißt „Hallo“, „Vinaka“ heißt „Danke“ und diese beiden Worte gebrauchten wir pausenlos.
Nach einem kurzen Briefing, was man auf der Insel alles machen konnte, wurde auf der Strand-Terrasse Mittag gegessen. Wir waren insgesamt 15 Leute. Danach war es jedem selbst überlassen, was er machen wollte.
Man konnte wählen zwischen Dorf besuchen, Körbe flechten, Höhle besichtigen, in der Hängematte ausspannen, Kajaks ausleihen, Kokosnüsse vom Baum holen und sie aufzuschlagen und vielem mehr.
Das meiste davon umsonst oder für ein paar zerquetschte Fidschi Dollar. Auf den meisten Inseln wurden auch Tauchgänge angeboten.

Wir entschieden uns, ein bisschen schnorcheln zu gehen und erkundeten zusammen mit 3 Schweizern das Riff .Es ist genauso prachtvoll, wie das Great Barrier Reef, an dem ich 6 Monate lang gearbeitet und meine Tauchmeister-Ausbildung absolviert hatte. Später liefen wir auf einen kleinen Hügel und sahen uns den Sonnenuntergang an.

Abendessen war um 19 Uhr, das erste und ganz bestimmt nicht letzte Mal, dass wir Asiatische Nudeln gemischt mit Fisch, Gemüse oder sonstigem bekamen – aber schlecht war’s nicht!
Auch vor Kokosnüssen und Bananen konnten wir uns kaum retten, das wurde uns immer wieder als Snack zwischendurch angeboten.
Einmal verpassten wir das Mittagessen und da wir durch Wassersport und sonstige Aktivitäten solch einen Hunger hatten, aßen wir zu fünft 21 Bananen!
Hinterher wurden Spiele veranstaltet. Zum einen zeigten uns die einheimischen Mitarbeiter, die alle Blumen im Haar trugen – ja, die Männer auch – einen Tanz ihres Stammes, einmalig! In etwa mit dem Makarena-Tanz zu vergleichen.
Wir tanzten Limbo, liefen Kokosnuss-Wettrennen und blamierten uns auf sämtlichen Ebenen, jedoch war es den Spaß wert!

Kava-Trinken mit den Einheimischen

Hinterher wurden wir in die Kava-Kultur der Fidschianer eingeführt.Kava ist kurz gesagt Dreck, d.h. es ist antialkoholisch und besteht aus Baumwurzeln, die zu Pulver verarbeitet und mit Wasser vermischt werden.

-000 Die Fidschianer lieben es und trinken es fast jeden Abend, alle paar Minuten stießen weitere Einheimische mit dazu, die von irgendwo her aus dem Wald kamen, und wollten auch davon haben. Wir saßen alle im Kreis auf dem Holzboden, während einer der Fidschianer den Brei in einer großen Schale anrührte und dann jedem der Reihe nach eine kleine Portion („low tide“, Ebbe), mittlere („high tide“, Flut) oder gar – für die Kampftrinker unter uns – einen „Tsunami“ reichte!

Vor dem Trinken wurde einmal in die Hände geklatscht und „Bula!“ ausgerufen, hinterher klatschten alle zusammen dreimal. Sehr aufregend! Nur leider schmeckte es scheußlich. Wir tranken es trotzdem fast jeden Abend. Der Effekt von Kava soll entspannend bzw. ermüdend sein – außerdem fühlte ich meine Zunge hinterher kaum noch.

Höhlenausflug

Am nächsten Tag machten wir den Bootsausflug zur Höhle. Diese war atemberaubend schön und groß; Licht drang ein und wir schwammen und tauchten in dem frischen Wasser, sogar in eine weitere, dunkle Höhle.
Wer wollte, konnte auch an den Felsvorsprüngen hochklettern und aus 5-10m Höhe springen. Wieder zurück faulenzten wir am Strand in Hängematten, liehen uns Kajaks aus und schnorchelten.

White Sandy Beach Resort und die Blaue Lagune

Am Morgen darauf brachen wir auf gen Süden und stoppten im „White Sandy Beach“-Resort mit den 3 Schweizern im Schlepptau. Wieder wurden wir mit einem Begrüßungsständchen empfangen!
Barfuß (die Schuhe kann man Zuhause lassen, mit Bikini, Sarong und 1-2 TShirts ist man gut mit dabei) liefen wir durch den Dschungel auf die andere Seite der Insel, zum „Honeymoon Beach“, dem wohl schönsten Strand, den ich je gesehen hatte – mit dem prunkvollsten Riff! Es wimmelte nur so von Pilzkorallen, Seegurken, Seesternen, Lagunen, kleinen Höhlen im Riff, die gerade groß genug zum durch tauchen waren, ungefährlichen Riff-Haien und vielem mehr! Ich ließ mich erst zum Gehen überreden, als es schon dunkel wurde.

Auf der nächsten Insel ließen wir uns durch den Dschungel führen und bekamen gezeigt und erklärt, wie Bananen, Papayas, Ananas usw. angebaut werden und eine Familie, die das betreibt, mehrere Inseln und Hotels damit versorgt. Für die meisten Nahrungsmittel werden Kokosnüsse verarbeitet.
Anschließend besuchten wir die berühmte „Blaue Lagune“ („blue lagoon“), in der 1980 der gleichnamige Film gedreht wurde. Umgehauen vor derartiger Schönheit hat mich die Lagune selbst zwar nicht, aber dafür bestaunten wir dort einen Jungen beim Speerfischen.

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Kuata, Mantaray und Beachcomber Island

Auf der Insel Kuata fiel einem von ihnen mein knalloranger Nagellack auf und er fragte, ob ich ihm den auch draufmachen würde. Ja, klar! Bevor ich es wusste, wollten sie ihn alle ausprobieren und ich lackierte ca. 15 Fidschianern Finger- und Zehennägel in orange!

Von Mantaray Island aus machte ich zwei Tauchgänge, die wirklich wunderschön waren, leider sahen wir keine Mantarochen, da die Saison gerade vorbei war, aber auf 22m Tiefe fanden wir die schönsten weichen und harten Korallen, Nemo-Fische und Anemonen, Seegurken – und sogar eine
Schildkröte und mehrere Riff-Haie!
Als ich zurück kam, waren Kat und die anderen gerade dabei, Kokosnüsse zu Armbändern und Ringen zu verarbeiten.

Beachcomber, die Party-Insel, die wir am letzten Abend zur Feier des „besten Urlaubs überhaupt“ auch noch mitnahmen, ist wohl noch erwähnenswert. So manch ein Australier fliegt eben mal schnell mit ein paar Freunden rüber für den
Abend um seinen Junggesellenabschied zu feiern.Die Insel lässt sich bequem in 15 Minuten ablaufen, es gibt Essen bis zum Abwinken und zu später Stunde die schönsten Strand-Parties.

Fazit

Wir besuchten 6 Inseln in 10 Tagen, jede einzelne war auf ihre Art besonders, die Menschen alle wahnsinnig nett und sie hatten soviel anzubieten, dass man es gar nicht alles machen konnte.
Für gewöhnlich gab es auf den Yasawa Inseln , die man meist in 1-2 Stunden ganz umlaufen hatte, ein oder zwei Resorts. Die Bungalows waren meist mit 2-4 Betten ausgestattet und hatten zwei Hängematten vor der Tür direkt am Strand.
Die meisten Inseln sind eher dafür da, sich zu entspannen, ein bisschen von Fidschi zu sehen und zum Beispiel einen Dorf- und Schulbesuch zu machen und über das wunderschöne Riff zu staunen.
Fidschianer sind die fürsorglichsten, liebsten Menschen, die mir je untergekommen sind: immer hilfsbereit, für jeden Spaß zu haben, schön gekleidet und meist am Tanzen! Außerdem ist es interessant, ihnen zuzuhören, wenn sie in ihrer Sprache sprechen und ununterbrochen lachen.-004

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