Wanderung am Mount Hikurangi – Neuseelands Ostküste

Mount Hikurangi – Mount wer?! Anders als die Gipfel des vulkanischen Plateaus der neuseeländische Nordinsel ist der höchste nichtvulkanische Berg der Insel nahezu unbekannt. Carla verbringt einige Tage an der Ostküste der Nordinsel – inklusive einer sechsstündigen Wanderung am Mt. Hikurangi – dort, wo die Sonne zuerst aufgeht. 

Stranded in Paradise HostelMorgens um 05:30 Uhr werde ich geweckt von „Over the rainbow“, meinem Handy-Klingelton. Ich schäle mich aus meinem kuscheligen Bett und mache mich fertig zur Abfahrt. Heute geht es zu einer Wanderung auf den Mount Hikurangi. Ich bin gespannt!

Gestrandet im Paradies

Übernachtet haben wir in Tokomaru Bay im „Stranded in Paradise“ Backpacker. Sehr nette Unterkunft, nicht nur für Backpacker. Allerdings ist gerade ohnehin Nebensaison (Mitte Mai), und hier ist nichts los. Am Vorabend durften wir frei wählen, wo wir schlafen wollten, denn wir waren die einzigen Gäste im Haus. 🙂

In der Hauptsaison dürfte hier schon einiges mehr los sein. Wer sich zu Saisonzeiten den gemütlichen Gemeinschaftsraum nicht mit jungen Reisenden teilen möchte, kann auch im „Te Poutapeta – The Post Office Accommodation“ nächtigen, das ist etwas ruhiger. Für uns war das „Stranded in Paradise“ zu dieser Zeit jedenfalls richtig gut! Unten gemütliches Kaminfeuer und eine tolle Terasse; geschlafen haben wir oben, unter dem Dach.

Der Weg zum Mt. Hikurangi Carpark

Brücke auf dem Weg zu Mt. HikurangiAlles zusammen gepackt, und auf geht es im Sonnenaufgang fahrend Richtung Ruatoria, auf der Street 35. Kurz vor Ruatoria geht die Straße links ab; dort muss man nach ca. 2 min. links abbiegen in die Tapuaeroa Street. Übrigens ist die Straßen-Beschilderung ziemlich mies – weit und breit kein Schild, das dir sagt, wo es zum Mt. Hikurangi geht!

Der richtige Weg zum Mt. Hikurangi führt etwa 20 Minuten lang die Tapuaeroa Road entlang, bis links eine Brücke (Hukanui Road) Richtung Pahikiroa Station auftaucht. Das muss es sein, da müssen wir lang!

Kurz darauf finden wir uns tatsächlich auf dem Parkplatz wieder. Alles in allem haben wir für die nur 60 Kilometer lange Fahrt etwa 1 Std und 10 gebraucht. Zum Teil handelt es sich um Schotterstraßen, und das letzte Stück zum Parkplatz ist auf der rechten Seite ziemlich steil und unbefestigt. Mit anderen Worten:  Ein Geländewagen wäre schon nicht schlecht gewesen!

Auf zum Plateau

Statue am Mt. HikurangiDoch nun sind wir ja hier! Flux den Rucksack aufgesattelt, dem Ranger in Ruatoria Bescheid gesagt, dass wir uns auf den Weg machen und los geht’s. Es ist übrigens deshalb wichtig, dem Ranger Bescheid zu sagen, damit er weiß, dass und wo Wanderer in den Bergen unterwegs sind. Für den Fall, daß mal etwas passiert, kann das Suchgebiet dann direkt auf den Mt. Hikurangi eingegrenzt werden. Wenn man zurück ist, meldet man sich einfach wieder ab.

Mit einer Höhe von 1752 Metern ist Mount Hikurangi der höchste Berg der Region, und gleichzeitig der höchste nicht-vulkanische Berg der Nordinsel. Auf dem neuseeländischen Festland ist dies der erste Ort, an dem die Sonne aufgeht.

Für die Maori, die neuseeländischen Ureinwohner, hat Mt. Hikurangi eine besondere Bedeutung. Einer alten Legende zufolge liegt hier das „Nukutaimemeha“-Kanu begraben, von dem aus der Halbgott Maui die neuseeländische Nordinsel aus dem Wasser gefischt hat.

Das Wetter ist gut – knapp 15 Grad und Sonnenschein. Unser Ziel ist das Bergplateau vom Mt. Hikurangi, wo es tolle Maori-Statuen zu sehen gibt. Der Weg hinauf dauert ungefähr 3 Stunden. Die Wanderung ist einfach und die Wege sind gut sichtbar mit gelben Pfosten gekennzeichnet. Unterwegs trifft man mal Schafe, Pferde und Kühe und hin und wieder auch mal einen Menschen – letzteren aber eher selten!

Schneegestöber am Mt. HikurangiWetterumschwung

Die Temperaturen haben deutlich nachgelassen – hier oben haben wir ca. 0° Grad. Das merken wir allerdings erst, als wir unseren Müsliriegel essen wollen, und dieser steinhart ist. Nachdem wir ca. 10 Minuten auf dem Plateau stehen, überrascht uns plötzlich ein kurzes Schneetreiben, welches glücklicherweise schnell wieder vorbei ist. So kommen wir unbeschadet und glücklich wieder unten am Parkplatz an.

Alles in allem eine schöne Wanderung mit toller Landschaft und am Ziel beeindruckenden Maori Skulpturen! 
Dauer: ca. 6 Stunden vom Parkplatz aus zum Plateau. Auch für Ungeübte zu schaffen – hier evtl. etwas mehr Zeit einplanen.
Beste Jahreszeit: Okt.-Mai


Kurz nach dem Schneegestöber!Weitere Informationen:

Link zum Department of Conservation 

Das Büro für die notwenige Permit ist hier erreichbar:
Te Runanga o Ngati Porou
1 Barry Ave, Ruatoria 4032, Neuseeland
Tel. +64 6 864 9004
Übernachtungen und Touren können hier gebucht werden, falls gewünscht:
Paora Brooking
PBrooking@tronp.org.nz
Tel. +64 21 865 316

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