5 Tage in Abu Dhabi

Ein Ausflug in die Arabischen Emirate

Eine Kollegin und ich sind nach Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate geflogen, um die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden.
Am Abend ging es zum Flughafen München und in nur 6 Stunden Nachtflug in einer relativ leeren Maschine sind wir in den Emiraten angekommen. Beim ersten Schritt aus dem Flughafengebäude haben uns die hohen Temperaturen von über 30°C um 7 Uhr morgens fast erschlagen. Nachdem wir mit einem Taxifahrer den Preis für die Fahrt zum Hotel ausgehandelt hatten, ging es gleich direkt ins Hotel. Der Check-In war selbst zu so früher Stunde möglich und auch ein Frühstück auf der Terrasse haben wir genießen können.

Das Shangri La Hotel Qaryat Al Beri mit eigenem Strandabschnitt und Blick auf die wunderschöne im gleißenden Licht der Sonne fast unwirklich erscheinende Sheikh Zayed Moschee hat große und geschmackvoll eingerichtete Zimmer mit Balkon, eine schöne Außenanlage mit verschiedenen Pools, Liegen und Sonnenschirme am Strand und der Clou war ein nach venezianischem Vorbild angelegter Kanal mit kleinen Booten, die die Gäste bei gemächlichem Tempo durch die Anlage führte.
Für das Abendessen wählt der Gast zwischen verschiedenen Restaurants (auch in den angrenzenden dazugehörigen Hotels) – für jeden Gaumen ist etwas dabei.
Auch das Shoppen kommt in der angrenzenden Mall nicht zu kurz. Von kleinen Souvenirs über bunten Tüchern bis hin zu Teppichen in allen Größen boten sich viele Gelegenheiten die Urlaubskasse zu schmälern.

Da wir die Stadt bereits von einer früheren Reise kannten, wollten wir die Seiten der Stadt entdecken, die nicht jeder Tourist kennt. Abu Dhabi ist eine Stadt bestehend aus vielen Inseln und Wasserstraßen. Es gibt sogar Mangroven fast mitten in der Stadt. Diese kann man auf einer geführten Kanutour von der Wasserseite her erkunden. Nach dem Frühstück um 6:30 Uhr machten wir uns mit dem Lageplan des Kanuanbieters mit einem Taxi auf den Weg. Nachdem wir an einem Hotel abgesetzt wurden und an der Rezeption erfahren haben, dass wir hier eigentlich falsch sind, haben wir uns zu Fuß und bereits bei brütender Hitze die ca. 300 Meter an der staubigen Hauptstraße entlang auf den Weg zum richtigen Treffpunkt gemacht. Überall sind Bauarbeiten und zwei weiße Frauen, die zu Fuß in Shorts und T-Shirt unterwegs sind, sind kein alltägliches Bild für die meist aus Indien oder Pakistan stammenden Bauarbeiter.
Nach unserem kurzen „Aufwärmprogramm“ sind wir trotzdem noch pünktlich zum Kanuguide gekommen. Wir hatten jeder ein eigenes Kanu und die ersten Meter dienten der Balance-erhaltung und gleichzeitigen Paddelbewegung ohne ins Wasser zu fallen.
Die Tour dauerte ca. 2 Stunden und wir sind teilweise durch enge Wasserkanäle mit dicht bewachsenen Mangroven gepaddelt. Der Guide konnte uns so einiges zur Flora und Fauna erzählen und wir waren beeindruckt von so viel Natur mitten in einer Stadt am Rande der Wüste.

Ein weiteres Highlight war die Wüstensafari mit einem 4WD Jeep mit anschließendem BBQ und Bauchtanzvorführung in einem Wüstencamp. Diese Touren beginnen aufgrund der großen Hitze erst am späteren Nachmittag. Zuerst ging es auf der geteerten Hauptstraße raus aus der Stadt und den Vortorten, in Richtung Wüste. Nach dem Ablassen von Luft aus den Reifen ging es über eine kurze Sandpiste, die schon erahnen ließ, was die nächste Stunde folgen wird. Auf einem flachen Dünenkamm wurde eine kurze Pause eingelegt und es trafen nach und nach immer mehr Jeeps ein. Im Konvoi ging es nun die Dünen rauf und runter und als ich mich umblickte, um die folgenden Fahrzeuge zu beobachten, blieb mir manchmal fast der Atem stehen, weil ich dachte, das Fahrzeug würde gleich zur Seite weg kippen und von der Düne rollen. Die Fahrer sind bestens ausgebildet und haben zahlreiche Trainingsstunden hinter sich und somit haben alle Gäste diese einmalige Tour wohlbehalten überstanden. Nach einem kurzen Zwischenhalt auf einer Kamelfarm ging es zum Wüstencamp. Es war gerade noch genug Zeit, um sich einen möglichst hohen Punkt für die Beobachtung des Sonnenunterganges zu suchen. Dann wurde es auch schon rasch dunkel. Vor dem Essen konnte man sich mit einem Henna-Tattoo die Hand oder den Fuß verschönern, oder die typisch weißen Gewänder überziehen. Dann haben alle den rund um die Bühne ausgelegten Teppichen mit flachen Tischen Platz genommen und das BBQ war eröffnet. Nachdem man sich mit verschiedenen Salaten und gegrilltem Fleisch gestärkt hatte, wurde die Bühne hell für die traditionelle Bauchtanzvorführung erleuchtet. Eine Tänzerin im typisch knappen Bachtanzoutfit begeisterte die Zuschauer und holte einige Gäste mit auf die Bühne. Nach dieser kurzweiligen Darbietung ging es zurück ins Hotel, wo wir den Tag an der Bar auf der Terrasse bei einem erfrischenden Getränk ausklingen lassen haben. Ermüdet und mit vielen neuen Eindrücken sind wir dann nur noch ins Bett gefallen.

Wir hatten für 3 Tage ein Mietauto genommen (bereits vorab in Deutschland gebucht) und wollten mit dem Taxi zum Flughafen fahren, um das Fahrzeug abzuholen. Leider hatte der Fahrer uns wohl nicht richtig verstanden und fuhr erst mal Richtung Abu Dhabi Downtown. Wir bemerkten dies recht bald und haben den Fahrer nochmal darauf hingewiesen, dass wir zur Station am Flughafen möchten. Dort angekommen, haben wir unseren Mietwagen entgegengenommen und wollten zu irgendeinem Strand ausserhalb der Stadt fahren. Wir fuhren auf der Hauptstraße entlang und es gab kaum Abzweigungen, die Richtung Strand oder  Meer gedeutet hätten. Eine Abzweigung haben wir dann genommen und standen nach wenigen hundert Metern vor einem großen geschlossenen Tor. Es war ein riesiges eingezäuntes nicht für die Öffentlichkeit zugängliches Areal, von denen es sehr viele entlang der Straße gab. Wir sind schließlich zum Hotel zurück gefahren und haben den restlichen Nachmittag am hoteleigenen Strand mit Blick auf die Moschee genossen.

Am nächsten Morgen ging es auf in die Oasenstadt Al Ain. Über die relativ leere autobahnähnliche Hauptstraße ging es hinein in die Wüste. Erstaunlicherweise sind rechts und links der Straße doch einige kleine Wüstenstädtchen und Orte, die aber nicht wirklich zu einem Abstecher einladen.
Die Dünen wurden immer größer, die Temperaturanzeige im Auto stieg umso höher. Bevor wir jedoch zum gebuchten Hotel Rotana Al Ain sind, sind wir zum Berg Jebel Hafeet, der sich 1.240 Meter über die umliegende Landschaft erhebt und 1.350 Meter über dem Meeresspiegel liegt, herauf gefahren. Von der Umgebung war im Dunst leider nicht viel zu sehen, doch wir konnten einen kurzen Blick in den angrenzenden Oman erhaschen. Die Temperaturanzeige im Auto hatte mittlerweile seinen Höchststand erreicht: 50°C !

Al Ain ist bekannt für seine Oasen. Dies wollten wir uns nicht entgehen lassen. Nach dem Einchecken im Hotel sind wir zur Oase nahe des Stadtzentrums gefahren. Wir stiegen aus und liefen zu einem der Eingänge. Von den Sicherheitsleuten wurden wir sehr kritisch beäugt. Wir wussten nicht so recht warum. Wir liefen also ca. 10 Minuten entlang des gepflasterten und von hüfthohen Mauern begrenzten Weges und schauten uns gegenseitig in die hochroten erhitzten Gesichter und fragten uns, wo sind nun die schönen bunten Pflanzen und das Wasser. Plötzlich kam einer der Sicherheitsleute mit einem Golfcar angefahren und fragte uns wohin wir wollten. Wir sagten ihm wir wollen die Oase anschauen und das Wasser sehen. Er schmunzelte und sagte es sei viel zu heiß und nahm uns in seinem Golfcar mit und brachte uns zu einem der offenen und sichtbaren Wasserkanäle. Nach insgesamt 15 Minuten hatten wir und auch der Sicherheitsmann genug von der Hitze und er fuhr uns zurück zum Eingang. Da es uns für einen Stadtrundgang immer noch viel zu heiß war, entschiedenen wir uns für den erfrischenden Hotelpool. Nach dieser willkommenen Abkühlung sind wir in eines der Hotelrestaurants zum Abendessen gegangen und genossen die arabische als auch internationale Küche.

Am folgenden Tag ging es wieder zurück nach Abu Dhabi. Auf der Insel Yas Island hatten wir das  Hotel Yas Island Rotana direkt gegenüber der Formel 1 Rennstrecken gebucht, welches auch nur eine kurze Entfernung zum Flughafen hat. Wir haben unsere Badesachen zusammen gepackt und sind mit dem Mietauto den kurzen Weg zum Wasserrutschenpark Yas Waterworld gefahren. Man kommt direkt an der Ferrari World vorbei. Der Yas Waterworld-Park ist ein von vielen Familien und jungen Leuten gut besuchter Vergnügungspark. Der Park bietet dem Besucher zahlreiche Wasserrutschen von gemütlichem Rutschtempo bis hin zu senkrecht abfallenden Rutschen alles was das Herz begehrt. Der Park ist eine willkommene Abwechslung von den meist hohen Temperaturen und  dem Trubel in der Stadt. Nachdem wir einige davon ausprobiert hatten und den gesamten Park angeschaut haben, entschieden wir uns die letzten Stunden unseres Abu Dhabi Aufenthaltes an der Poolbar und dann bei einem leckeren Abendessen auf der Terrasse zu genießen. Am nächsten Morgen haben wir die letzten Dinge im Koffer verstaut, haben das leckere Frühstück genossen und sind mit dem Mietauto zum Flughafen gefahren. Die Rückgabe des Mietautos geht sehr schnell, sodass wir gleich zum Terminal zum Check-In gehen konnten. Die Wartezeit auf den Flug zurück nach München haben wir in den zahlreichen Duty-Free Geschäften verkürzt.

Fazit:
Abu Dhabi ist in wenigen Flugstunden von Deutschland aus zu erreichen und es ist für jeden was dabei. Moderne Hotels, Shopping in den zahlreichen Malls der Stadt, verschiedene Bademöglichkeiten, Naturerlebnisse bei einer Kanutour durch die Mangroven oder einer Jeepsafari in die Wüste.
Die Stadt verbindet die Tradition mit der Moderne. Abu Dhabi ist ein perfektes Reiseziel für eine kurze Auszeit vom Alltagsstress.

 

 

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