idaho

Idaho ’s Winter Wonderland

Eine Destination, in der es viel zu entdecken gibt

Irgendwo in Idaho

…oder war es irgendwo in Iowa? Egal, im Endeffekt haben die beide amerikanischen Staaten bei uns einen ähnlichen Bekanntheitsgrad. Aber vielleicht ist genau das der interessante Punkt.
Wir haben es einfach ausprobiert und wagen uns in die Wildnis im Nord-Westen der Vereinigten Staaten. Wir, das bedeutet meine Kollegin Johanna und ich, mit einem bunten Haufen Touristiker aus der ganzen Welt.

Mit United Airlines nach Idaho

Los geht’s von München über Frankfurt nach Chicago mit der United Airlines. Es gibt allerdings auch Direktflüge, so dass man sich zumindest eine Zwischenlandung sparen kann.
Unser Endziel nennt sich Boise, eine kleine, jedoch sehr lebendige Stadt, die Hauptstadt des Bundesstaates Idaho. Hier treffen wir das erste Mal auf den Rest der Wagemutigen, die sich in diese Expedition stürzen. Sie kommen von Großbritannien über Australien und sogar aus Neuseeland.

Unterwegs auf den Spuren der Goldgräber

Das Hotel Riverside ist etwas außerhalb am Fluss Boise River gelegen. Von dort starten wir am nächsten Tag unsere einwöchige Tour mit einem wahren Original. Nicht nur unser Bus, ein alter Schulbus, nein, auch unser Busfahrer (mit Goldketten und Ringen geschmückt – angeblich noch von der Goldgräberzeit in North Dakota), der immer eine Geschichte auf Lager hatte, sind typisch für das hiesige Amerika.
Wir starten unsere Tour in Richtung Osten mit dem Ziel Sun Valley. Bei den meisten macht es jetzt Klick, Sun Valley kennt man doch!, aber das verwechseln die meisten mit dem Pendant in Kalifornien. Eine circa vierstündige Fahrt liegt vor uns, durch die unendlichen Weiten Amerikas. Hier wird einem erst wieder bewusst, wie außergewöhnlich für unsere Gewohnheiten die Besiedelung dieses Staates ist. Mit knapp 1,3 Mio. Einwohnern lebt etwas weniger als die Hälfte im Großraum Boise, der Rest verteilt sich auf den Norden und das Gebiet Sun Valley. Auf unserem Weg durch die verschneite Steppenlandschaft kommen wir dem Bergpanorama, das wie auf Leinwand gemalt aussieht, immer näher.

Ski-Oase Sun Valley

Endlich geschafft, wir erreichen unser kleines Winter Wonderland. Hier gibt es sogar einen eigenen kleinen Flughafen, um die Ski- und Naturliebhaber möglichst bequem ans Ziel zu bringen. Wir checken in der Sun Valley Lodge ein, die uns mit auf Zeitreise nimmt. Das 1936 gebaute Hotel/ Resort ist DAS Hotel in Sun Valley und bei allen VIPs bekannt. Eine Hotelanlage aufgebaut wie ein kleines Dorf, in dem regelmäßig Marylin Monroe, die Kennedys oder auch Tom Hanks abgestiegen sind oder heutzutage ihren Skiurlaub verbringen. Bevor unser erster Sporttag ansteht, werden wir abends mit einer Pferdekutsche zu unserem Restaurant gefahren. Eine Tradition, die hier noch hoffentlich lange beibehalten wird.
Am nächsten Tag heißt es Skifoan! Der Berg ruft und wir sind bereit für den puderzuckerleichten Schnee. Leider hat uns das Wetter, in dem Fall der Regen, einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Bedingungen sind nur mäßig. Tapfer haben wir trotzdem zwei Stunden lang das Gebiet erkundet, die Beine haben sich aber rechtzeitig zum Essen bemerkbar gemacht. Wer nachmittags noch fit war, ist wieder zurück auf die Piste. Die anderen haben sich im hauseigenen Spa verwöhnen lassen können. Diesmal essen wir in einem beliebten Restaurant mitten in der Kleinstadt Ketchum und lassend den Tag ausklingen.

Ab in die Wildnis

Der nächste Tag startet früh mit einem Frühstück im neugebauten Limelight Hotel mit anschließender Führung. Das Hotel bietet eine schöne Mischung aus modern und gemütlich im Herzen der Stadt.
Dann brechen wir auf Richtung McCall im Norden des Bundesstaates, das zweite Skigebiet unserer Tour. Nach einem halben Tag Busfahrt durch die Pampa erreichen wir das Erholungsgebiet der Städter, ein verschlafener Ort idyllisch an einem See gelegen. Spätestens jetzt fühlen wir uns wie in den Wäldern von Kanada. Am Straßenrand spazieren wie selbstverständlich die Elche entlang. Das war für mich der Beweis, wir sind in der Wildnis angekommen. Wir checken im Holiday Inn direkt gegenüber des berühmten Pancake House ein, von dem wir noch mehr erfahren sollen. Abends dinieren wir in der Shore Lodge, einem absoluten Traumhotel, direkt am See gelegen. Es ist klein mit individuellen gemütlichen Räumen. Hier erkennt man auch einen kleinen Touch von bayerischem Hüttenfeeling, da der Besitzer längere Zeit in Garmisch Patenkirchen gearbeitet hat. Vom entspannten Familienurlaub, über Hochzeit oder Meeting, ist in dem familiär geführten Hotel alles möglich.
Nach einer kleinen Hotelführung durch die Lodge geht es direkt weiter auf die Piste und zwar nach Brundage. Unglaublich – ein Skigebiet, das nicht überlaufen ist und mitten in den Bergen liegt! Hier schlägt jedes Wintersportlerherz höher. Von Pisten keine Spur, weit und breit nur Puderschnee und Freestyle Abfahrten, wobei man hier auch als Anfänger auf seine Kosten kommt. Und weil wir schon lange nichts mehr zum Essen hatten, gehen wir heute Abend in das berühmt-berüchtigte Pancake House, in dem man nicht nur rund um die Uhr frühstücken kann, sondern gleichzeitig auch noch shoppen kann. Tatsächlich, es gibt das ganze Jahr über einen Christmas Shop, in dem der Kitsch seinen Höhepunkt erreicht! Aber die Pancakes waren wirklich mit Abstand die besten, die ich bis jetzt gegessen habe!

Zum Abschluss eine Weinprobe

Nach zwei Tagen Idylle in McCall führt uns die letzte Etappe wieder in die Hauptstadt Boise, aber nicht ohne einmal in den natürlichen heißen Quellen gebadet zu haben, die sich auf unserem Weg befinden. Tiefenentspannt kommen wir wieder im Riverside in Boise an und machen uns fertig für den nächsten Programmpunkt, die Weinprobe. Ja sogar Wein wird hier angebaut, und zwar kein schlechter. Leider ist dieser noch nicht auf dem europäischen Markt erhältlich und hat deswegen noch einen exklusiven Kundenkreis. Aber die Weinbauern, die direkt vor Ort produzieren, verstehen ihr Handwerk und bieten von Riesling über Eiswein verschiedene Sorten an. Im Anschluss schlendern wir kurz durch die belebte Innenstadt und das Baskische Viertel. Wie wohl den meisten war mir nicht bewusst, dass sich hier Ende des 19. Jahrhunderts so zahlreich Nordspanier angesiedelt und ihre Kultur mitgebracht haben. Ein faszinierender Mix aus amerikanischer Stadtkultur und mediterraner Leichtigkeit. Generell waren wir wirklich positiv überrascht von dieser lebendigen Stadt, die, ganz unamerikanisch, gut zu Fuß erkundbar ist.

Irgendwann ist jeder Urlaub vorbei, und wir packen unsere Koffer. Der Rückflug geht von Boise über San Francisco nach Frankfurt. Es war ein schöner kleiner Ausflug in das unbekannte Idaho. Das Resümee dieser Reise: Idaho ist eine noch eher unbekannte Destination, aber perfekt für alle Naturliebhaber und USA Fans, die auch mal andere Ecken kennenlernen möchten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.