Namibia: Bei den San-Buschleuten im Fiume Bush Camp

Im Zuge einer Inforeise in Nambia besucht Ralph für zwei Tage das Fiume Bush Camp, um mehr über die dort lebende San-Bevölkerung zu erfahren. Auch als „Buschleute“ oder „Buschmänner“ bekannt, leben die San seit über 30.000 Jahren im heutigen Namibia. Mit Hilfe von Gästen aus aller Welt versucht das uralte Volk, den Übergang in die Moderne zu bewältigen – ohne seine Kultur dabei aufzugeben.

Bushcamp ZelteZwei Nächte verbringen wir im Fiume Bush Camp (nicht zu verwechseln mit der Fiume Lodge – rund 35 km entfernt) bei Jörn. Er ist Namibianer mit deutschen Wurzeln und spricht sowohl Deutsch als auch die Sprache der San mit den eigentümlichen Klicklauten. Er kennt die San sehr gut, ist mit ihnen aufgewachsen und möchte eine Umgebung schaffen, die den gewaltigen Sprung von einer Nomaden-Kultur in die Moderne möglichst sanft ermöglicht.

Nachts schlafen wir in fest installierten Zelten mit richtigen Betten und einem gemauerten Bad, bestehend aus Dusche/WC und Waschbecken. Es ist alles sehr einfach, aber sauber und gemütlich. Strom gibt es nur über Generatoren bzw. Solarzellen, aber für ein paar Stunden am Abend ist das Licht im Zelt vorhanden. Eine tolle Atmosphäre, und das Essen wird sehr liebevoll zubereitet.

Begegnung mit den San in Namibia

Begegnung mit den SanDie Begegnung mit den San empfinde ich als authentisch. Die Kommunikation ist durch Blicke und Gesten möglich. Als Übersetzerin ist Ashanti für uns da. Wir besuchen morgens das „Dorf“ und lernen den Medizinmann kennen. Die Männer stellen Werkzeuge und Pfeile her, die Frauen fertigen Schmuck. Die Kinder sind im Kindergarten, den Jörn selbst betreibt. Auf diese Art werden die Kinder mit der westlichen Kultur vertraut gemacht, in der sie sich zukünftig bewegen werden. Die traditionelle Lebensart der San als Nomadenvolk im Busch ist durch die Farmen heute nicht mehr möglich. Noch vor 150 Jahren war das Volk in den Augen der Kolonialmacht auf einer Stufe mit Tieren.

Durch die Begegnung mit den Gästen können die San ihre Lebensweise überliefern und ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf traditioneller Handarbeiten sichern. So tragen die Gäste wesentlich dazu bei, dass die San in der modernen Gesellschaft selbständig überleben können, ohne ihre Kultur und Lebensweise völlig aufgeben zu müssen.

Begegnung mit den San in NamibiaWir verbringen fast den ganzen Tag mit den San und sie erklären uns ihre natürliche Umgebung, die Bedeutung und Verwendung der Pflanzen im Busch und die Jagd mit Pfeil und Bogen. Wir machen auf traditionelle Weise Feuer und erfahren, wie die Sippen einst in der Wildnis lebten. Wir können Fragen stellen und so findet schnell ein reger Austausch auf Augenhöhe statt. Dabei wird schnell sichtbar, wie freundlich und sanftmütig diese Menschen sind. Dazu blitzt noch ein ausgeprägter Humor auf und wir haben sehr viel Spaß zusammen. Abends tanzen sie und zeigen uns den magischen Elephant-Dance.

Fazit: Austausch auf Augenhöhe statt „Living Museum“

Die San sind überaus freundlich und gelassen und je nachdem, wie man auf sie zugeht, kann man sehr viel über ihre Kultur und Lebensweise erfahren. Immerhin ist dies die älteste lebende Kultur der Menschheit und sie wird bald nicht mehr existieren.

Deshalb ist ein Projekt wie das Fiume Bush Camp in meinen Augen so wichtig und jedem interessierten Besucher nur ans Herz zu legen. Man muss zwei Nächte einplanen, so macht die Begegnung Sinn. Denn sonst verkommt das Treffen zum Besuch eines Living Museum, in dem man in zwei Stunden eine kulturelle Show zu sehen bekommt.

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