Afrika hautnah erleben

Zwischen Livingstone und Johannesburg mit Acacia Africa

afrika_ag_005Im Mai dieses Jahres war ich als Vertretung des Fernreisespezialisten hm touristik auf der Touristikmesse in Durban und habe im Anschluss daran an einer Campingtour mit dem Veranstalter Acacia Africa von Livingstone in Sambia an den Victoria Wasserfällen durch den Osten von Botswana nach Johannesburg in Südafrika teilgenommen.

Nach der Messe ging es per Inlandsflug von Durban nach Johannesburg. Dort verbrachte ich eine Nacht in der Mo Afrika Lodge (backpacker-style) etwa 15 Minuten vom Flughafen entfernt in einer ländlichen Gegend. Am nächsten Tag ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Livingstone/Sambia.

Sambia

Kurz vorm Landeanflug fliegt der Pilot über die Victoria Wasserfälle und wer auf der richtigen Seite im Flugzeug sitzt, hat Glück, die atemberaubenden Fälle schon aus Vogelperspektive zu sehen. Nachdem man auf dem Rollfeld zum Stehen kommt, sich die Türen öffnen und man die ersten Atemzüge außerhalb des Flugzeuges macht, riecht es förmlich nach dem „richtigen  Afrika“. Da die Menschen in Sambia und auch angrenzende Staaten wie Botswana oder Simbabwe vorwiegend auf offenem Feuer kochen, liegt immer ein leichter Rauchgeruch in der Luft.

Bei angenehm warmen Temperaturen läuft man vom Flugzeug aus über das Rollfeld in die Ankunftshalle. Dort muss jeder erst mal ein Einreiseformular ausfüllen und ein Visa erwerben (für ca. 40 Euro auch schon vor der Reise bei der Botschaft von Sambia in Berlin erhältlich).

Die Tour beginnt in dem Zambesi Waterfront Resort direkt am Sambesi-Fluß, von wo aus man die Gischt der Wasserfälle aus der Entfernung sehen kann. Die Gruppenmitglieder finden sich ein und der Tourguide gibt einen ersten Überblick über den Ablauf der Tour. Einige Tourmitglieder sind bereits mit dem Safari-Truck schon einige Zeit von Kapstadt via Namibia und Botswana her kommend unterwegs. Dann werden schnell die Zelte (2 Personen Kanvas-Zelte) aufgebaut und der Schlafsack ausgerollt. Gemeinsam geht es dann zum Abendessen in das Open Air Restaurant des Resorts, was schon zu einem ersten Kennenlernen bestens geeignet ist.

Die erste Nacht im Zelt ist etwas unruhig, da man die Geräusche nicht gewohnt ist. Mehr oder weniger ausgeruht werden die Zelte am Morgen abgebaut, Sachen zusammengepackt und im Safari- Truck verstaut, bevor es dann zum Frühstück geht.

Jetzt geht es richtig los. Das heißt, noch nicht ganz. Denn ohne Fahrer kommt der Truck schlecht vom Fleck. Nach etwa 10 Minuten ist auch der Fahrer da und das Abenteuer kann beginnen.

afrika_ag_003Zuerst geht die Fahrt Richtung Westen durch einen kleinen Nationalpark und einige kleine Dörfer bevor wir auf die Zufahrtstraße zur Grenze zwischen Sambia und Botswana abbiegen. Es laufen viele Menschen rechts und links der Straßen, die mehrere Säcke mit Holzkohle und Feuerholz auf Ihren Fahrrädern transportieren und den vorbeifahrenden zum Kauf anbieten. Ausserdem reihen sich über viele Kilometer schwer beladene Trucks wie auf einer Perlenschnur bis zur Grenze nach Botswana. Nach Auskunft des Tourguides können die Trucker hier schon mal zwei Wochen stehen und warten bis sie die Grenze passieren dürfen. Die Grenze besteht aus dem Zambesi-Fluß, den man nur mit der Autofähre überqueren kann. Autofähre ist allerdings etwas zu viel gesagt: Es passen ein langer LKW und evtl. noch ein kleineres Auto darauf plus die Fußgänger, die alle möglichen Dinge mit sich führen.

Botswana

Die Gruppe verlässt den Safari-Truck vor der Grenze und wir gehen zu Fuß Richtung Anleger. Aber wer denkt, er kommt trockenen Fußes auf die Fähre hat sich geirrt. Man muss ein kleines Stück etwa knietief durch das bräunliche Wasser des Flusses gehen, um dann auf das Boot zu kommen. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Auf der anderen Seite im nordöstlichen Zipfel von Botswana warten die Grenzbeamten des Landes in einem flachen Gebäude mit einem Stempel bewaffnet. Nach dieser schnellen Einreiseprozedur gibt es noch eine Besonderheit: Alle müssen zu Fuß durch ein flaches Becken am Boden gefüllt mit einer in einer Flüssigkeit getränkten Matte. Auch alle Schuhsohlen der anderen Schuhe werden dort einmal eingetaucht. Das ist die Schutzmaßnahme gegen die Maul- und Klauenseuche, da Botswana ein großes Exportland für Rindfleisch ist. Es steht aber kein Beamter neben diesem Becken und kontrolliert, ob auch jeder dort durchgeht.

afrika_ag_002Von der Grenze aus dauert die Fahrt nur noch ein paar Minuten und wir erreichen Kasane am Chobe-Nationalpark, der berühmt für seine riesigen Elefantenherden ist. Zuerst gehen wir in den lokalen Supermarkt, um alle Lebensmittel für die kommenden Tage einzukaufen. Danach geht es zum Campingplatz am Rande der Stadt. Nach dem Aufbau der Zelte kümmert sich das Kochteam und das Mittagessen. Es gibt Sandwiches, die sich jeder mit Wurst und Käse belegen kann. Danach ist noch ein wenig Zeit zum Ausruhen bevor es mit dem Truck zu einer Bootsanlegestelle am Chobe-Fluß geht.

Wir gehen an Bord und machen es uns gemütlich mit einem Bier oder anderen kühlen Getränk. Die Fahrt führt zuerst entlang des Ufers vorbei an der Chobe Safari Lodge und hinein in den Nationalpark. Tiere wie Elefanten, Büffel, Nashörner, Flusspferde, Affen, Vogel- und Reptilienarten waren zum Teil in großer Zahl zu sehen. Mit zunehmender Zeit verschwand die Sonne langsam hinter dem Horizont und es bot sich ein atemberaubender Sonnenuntergang. Es wurde frisch und auch Zeit zurück an Land zu kehren.

Zurück im Camp machte sich der Tourguide an das Zubereiten des Abendessens. Jeder hilft mit beim Schneiden des Gemüses oder beim Herrichten des Tisches. Alle ließen sich das Essen schmecken und anschließend setzten wir uns um das Lagerfeuer bis jeder müde in seinen Schlafsack kroch.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es nochmal kurz zurück in die Stadt zum Supermarkt und Souvenir-Shoppen. Am Straßenrand und auf einem kleinen Platz gab es verschiedene kleine Stände, die Holzschnitzereien und bunt gefärbte Stoffe angeboten haben. Ich interessierte mich besonders für die kleinen handgeschnitzten Tiere und Schalen. Das Feilschen um den bestmöglichen Preis gehört wie in vielen Ländern auch in Botswana zum Einkaufserlebnis und so erstand ich zwei Exemplare zu einem wirklich sehr günstigen Preis.

afrika_ag_004Dann ging die Fahrt auf der Hauptstraße Richtung Süden. Für Tierliebhaber kann solch eine Fahrt zu einem besonderen Erlebnis werden. In Botswana gibt es zwar zahlreiche Nationalparks jedoch sind diese ohne Zäune und die Tiere wie der Elefant oder die Giraffe können sich im Land frei bewegen. So haben auch wir oder besser gesagt unser Fahrer mit einem sehr geübten Auge das ein oder andere Mal gebremst, damit wir die grasenden Giraffen oder an der Straße entlang laufenden Elefanten etwas genauer anschauen und viele Fotos machen konnten.

Am Nachmittag sind wir dann in unserem Camp Elephant Sands in einer wüstenartigen Landschaft angekommen. Das Camp hat ein Restaurant/Bar mit einer ganz passablen WLAN Verbindung, einen Pool und ein Wasserloch mit Beleuchtung. Mit viel Glück kommen die Elefanten in der Dämmerung zum Trinken im Camp vorbei. Dieses Spektakel konnten wir leider nicht beobachten. Am Abend am Lagerfeuer konnten wir aber das Tröten der Tiere in der Entfernung hören.

Am nächsten Morgen ging die Fahrt weiter Richtung Süden. Wir erreichten die ersten Hütten, die rechts und links der Straße sind und plötzlich stieg an der Seite schwarzer Rauch auf und der Truck wurde immer langsamer. Wir hielten am Straßenrand an und der Fahrer, welcher auch gelernter Mechaniker war, machte sich gleich an die Arbeit, um den Fehler zu finden und zu beheben. Eine Gruppe weißer Touristen mit einem solchen Fahrzeug ist zwar nicht ganz ungewöhnlich auf Botswanas Straßen, doch wenn der Truck direkt vor der „Haustür“ zum Stehen kommt, sind alle Bewohner rings herum schon sehr interessiert, wenn auch eher etwas scheu. Die Pause dauerte eine knappe Stunde. Währenddessen haben wir die Buschtoilette aufgesucht und uns die Beine vertreten. Zum Ende hin wurden die Kinder der nahe gelegenen Hütten etwas zutraulicher und haben sich über unsere Obstgeschenke sehr gefreut.

Nach der ungeplanten Unterbrechung die unsere heutige Tagesetappe bis an die Grenze nach Südafrika. Die Fahrt war lang, die Landschaft wechselte von wüstenartigen Steppen, teilweise von großen Feldern unterbrochen bis hin zu grünen Landschaften mit Gebirgszügen in der Entfernung. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir das Camp Kwa Nokeng am Fluß Limpopo. Es folgte die übliche Prozedur mit Zelt aufstellen, duschen und Abendessen zubereiten. Der Abend fand sein Ende am Lagerfeuer.

Südafrika

afrika_ag_001Auch am folgenden Tag musste eine relativ große Distanz bis nach Hazyview am Rande des Krüger Nationalparks überwunden werden. Die Temperaturen waren deutlich kühler als an den Tagen zuvor und die Landschaft war sehr abwechslungsreich. Wir fuhren zuerst durch trockene Landschaften mit weiten Horizonten, später durch tiefe Schluchten mit grünen Wälder und hohen Pässen. Wir passierten die Zäune einiger privater Wildtierparks am Rande des Krüger Nationalparks. Dabei konnten wir wieder das ein oder andere Wildtier sowie eine große Gruppe von Pavianen sehen. Am Rande des Krüger Parks ziehen sich die endlosen Siedlungen, die bis zum Horizont reichen, über mehr als 20 Kilometer rechts und links der Hauptstraße entlang. Die Siedlungen bestehen zum größten Teil aus mehr oder weniger massiven Hütten. Nur selten gibt es – für unsere Verhältnisse – „normale“ Häuser. Am Abend sind wir im Hotel Numbi mit angeschlossenem Campingplatz angekommen. Auch hier gab es an der Hotelrezeption einen guten WLAN-Empfang.

Am Abend stand ein kulturelles Ereignis auf dem Programm. Eine lokale Tanz- und Gesanggruppe zeigte uns am Lagerfeuer Tänze von verschiedenen südafrikanischen Stämmen und sang Lieder aus kräftigen Kehlen. Begleitet wurden die Darbietungen von verschiedenen Trommeln.

Am nächsten Morgen ging es sehr früh los. Wir hatten einen ganztägigen Game-Drive im Krüger Park. Im Morgengrauen fuhren wir in offenen Jeeps zum Phabeni Gate des Krüger Nationalparks. Den ganzen Tag ging es kreuz und quer durch einen Teil des Parkes. Wir haben Elefanten, Giraffen, Hyänen, Affen, Löwen, Geier, Büffel, Nashörner, Gnus, Zebras, Antilopen und viele weitere Tiere aus näherer oder weiterer Entfernung gesehen. Wir machten einen Frühstück- und Lunchstopp. Beim Mittagessen an einem überdachten Picknick-platz gab es eine Gruppe von Pavianen, die die Touristen während ihrer Essenspause ganz schon in Schach hielten. Die Affen sind nur auf das Essen der Touristen aus. Dabei können Sie allerdings schon ziemlich aggressiv werden und wenn man nicht aufpasst, hat der Pavian mit einem Satz auf den Tisch alles umgerissen und hat einem ein Stück Brot aus der Hand gerissen.

Am Abend sind wir zurück im Camp des Hotel Numbi und lassen den Tag am Lagerfeuer revue passieren.
Der letzte Tag der Tour führte uns nach Johannesburg in die Mo Afrika Lodge, die wir am Nachmittag erreichten. Ich hatte eine Reservierung für die Schwesterlodge Afrika Safari Club und wurde auch von einem Mitarbeiter mit dem Auto dorthin gebracht. Die Lodge ist ebenfalls nur etwa 10 Minuten vom Flughafen entfernt, liegt aber direkt an einer großen Straße. Die Lodge bietet seinen Gästen für kleines Geld ein Abendessen und eine Selbstbedienungsbar. Den Abend habe ich dann ruhig im meinem Zimmer ausklingen lassen. Leider hatte ich das Pech ein Zimmer zur Straße zu haben und somit war die Nacht eher etwas unruhig. Am nächsten Tag habe ich die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt zum Flughafen am Nachmittag im Garten bzw. Aufenthaltsraumes der Lodge verbracht. Mit vielen neuen Eindrücken ging es mit dem Nachtflug zurück nach Frankfurt.

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