Weltreise Teil 1 – Tokio

Beinahe schiefgegangen

Unsere große Reise hätte ich nicht antreten können, wenn dem Reisebüro am 18.12.16, bei einer Anfrage nicht aufgefallen wäre, dass mein Flugticket ungültig ist. Der elektronische Name im Pass ist Heidemarie und das Ticket lautete auf Heide. Leider änderte Air-Singapur den Vornamen nicht, so mussten für München-Auckland neue Flüge gesucht und gebucht werden. Kurz vor Neujahr stand fest: Flug am 16.1. mit Business nach Tokio und am nächsten Tag nach Auckland. Ein teurer Fehler meinerseits! Am 11.1. kamen auch die geänderten Flugtickets Tahiti-Hawaii zum Reisebüro. Es waren aufregende Wochen und das Reisebüro hat Enormes geleistet, damit wir die Reise am 16.1. 17 antreten konnten. Fünf Tage früher, dafür sechs Tage Aufenthalt in Auckland. Auch schön, wir können uns gut erholen.

Die Wohnung ist abgeschlossen und der Lift bringt uns, aufgepackt mit rollender Reisetasche, Rucksack und Medikamententasche mit 5 Monaten Tabletten, ins Erdgeschoß, wo bereits unser bestellter Taxiservice wartet, der uns am 23. Juni auch wieder nach Hause bringt. Sehr komfortabel ist die Fahrt zum Flughafen. Nach dem Check-In ein kurzer Weg zur Lufthansa-Lounge, wo wir entspannt mit trinken, essen und lesen die Zeit verbringen, bis uns der bestellte Shuttle zum Gate bringt.

In der Airbus A340-600 der Lufthansa sitzen wir auf sehr großzügigen Plätzen. Per Knopfdruck können wir den Sitz bis ganz flach stellen, dessen Liegefläche aber für schmale Asiaten bemessen ist, schließlich fliegt die Lufthansa von München nach Tokio. Marion und ich sind wirklich nicht breit gebaut, trotzdem ecken wir mit den Schultern oder Oberarmen seitlich an. Die einstellbare Luftpolsterung bräuchte neue Ventile, denn kaum aufgeblasen liege ich wieder hart und unbequem. In Tokio erwarten uns zwei zierliche Japanerinnen mit je einem Rollstuhl am Flieger. Auch Marion muss gefahren werden, da die Order so lautet. Es tat ihr sehr leid, dass die zierliche Hilfe sie den langen Weg zur Gepäckausgabe schob. Ich bin sehr froh darüber, dass meine Beine den Weg nicht gehen müssen.

Der bestellte Shuttle-Service wartete mit dem Schild „Rilling“ auf uns und los ging es eine Stunde zur anderen Seite von Tokio, da wir am nächsten Tag von diesem Flughafen nach Auckland starten. Auf einem Stadtring sausten bei 100 km/h an Lärmschutzwänden, Industrieanlagen, Verwaltungsgebäuden von Weltkonzernen und kunstvoll japanisch gestutzten Bäumen vorbei.

Das Hotel „Radisson“, ein großes 4 Sterne-Hotel, mit Park, Swimmingpool, Sauna, Fitnessraum, ist Standplatz von Crews unterschiedlicher Uniformen. Im Zimmer im 11. Stock überrascht uns ein WC mit beheiztem Sitz und warmer Körperspülung für das Kleine und das Große Business. Wau! Wow!!

Wir genehmigen uns jeder eine Halbe Bier für 972 Yen = 8,04€. Wau!

Statt durch den Hotelpark spaziere ich die Straße entlang, in der Hoffnung einen Laden zu finden wo es Bier gibt, um den Durst nach der trockenen Flugzeugluft zu stillen. Eine schwierige Aufgabe in Japans Vorortgegend, wo einem niemand begegnet und wahrscheinlich auch keiner englisch spricht. Ein Radfahrer hinter mir steigt vom Rad und schiebt es auf der Straße an mir vorbei. Da wird mir bewusst, dass ich als Fußgänger, beim Linksverkehr auf dem Fahrrad- und Gehweg auch links gehen muss, statt rechts ein Hindernis zu sein. Endlich sehe ich einen alten, gebückten Mann mit ausgebeulten Hosen, der seinen Hof kehrt. Er versteht meine Zeichensprache und zeigt in eine Richtung. Tatsächlich ist nach einem Karottenacker ein Minimarkt zu sehen. Vor dem Kühlregal voller Bierdosen stehe ich hilflos da, kein englisches Wort ist zu sehen. Nach längerem Warten betritt endlich ein Mann den Laden. Ich zeige ihm die nach Bier aussehenden Dosen mit einem Fragezeichen. Sein Daumen nach unten und das ähnlich klingende Wort Kalorien verstehe ich. Sofort geht mein Daumen nach oben und das nächste Regal ist kalorienreich. Es schmeckt sehr gut. Reisen kann auch heute noch abenteuerlich sein.

Mein täglich halbstündiger Spaziergang bringt mich in die andere Richtung und ich entdecke einen größeren Supermarkt. Ein Supermarkt in einem nicht westlichen Land ist so interessant wie ein Museum. Über dem Gemüse die Fotogalerie der lokalen Landwirte. Die Kühlfächer haben hauptsächlich Fische, Langusten, Tang und Fertiggerichte mit Fischen, Tang und Reis.

Der Businessflug mit Air New Zealand und Boing 777-200 ist um vieles besser als die Lufthansa

Eine sehr aufmerksame Betreuung verwöhnt uns. Der Sitz wird vom Stuart in ein richtiges Bett verwandelt, mit dicker Matratze und viel Armfreiheit und wird zum Frühstück mit schnellen Handgriffen wieder als Sitz umgebaut. Der Airbus ist ein wirkliches Flüsterflugzeug, während die Boeing mehr Platz und Comfort liefert aber unglaublich laut ist. Die Kombination aus beiden wäre himmlisch! Ein noch leeres Tischlein-Deck-Dich kommt auf Knopfdruck aus der Seitenwand, der Monitor ist schwenkbar, damit man in jeder Lage, auch im Bett, unterhalten werden kann. Abendessen, Frühstück und Getränke war in beiden Airlines sehr gut. Ausgeruht kommen wir in Auckland an.

Bei Nieselregen werden wir vor dem gebuchten „Waterfront Apartement Service“ ausgeladen. Im gegenüberliegenden Hilton-Hotel verbringen wir die Zeit, bis wir einchecken können. Auch im Restaurant hat man keine Aussicht auf den Hafen und die Bucht, ein Kreuzfahrtschiff liegt angeleint vor dem Hotel. Zu sehen ist nur die weiße Wand des Schiffs. Bei der ersten Buchung wurde darauf hingewiesen, dass die Sicht wegen einem Kreuzfahrtschiff eingeschränkt ist. Es ist eine Untertreibung, denn zu sehen ist auch vom obersten Stockwerk nur die weiße Schiffswand mit ihren
vielen Kabinenfenstern. Wir hätten uns sehr geärgert und sind froh, nicht im Hilton untergebracht zu sein.

Das Apartment ist großräumig und hat alles, was man brauchen könnte, einschließlich Geschirrspül-, Waschmaschine und Trockner und einen großen Balkon. Als erstes erkundigen wir die nähere Umgebung und sind erstaunt über die Preise im Supermarkt, Restaurants und Cafes, der Lebensstandard muss hier sehr hoch sein!! Wir schlafen lange, bummeln durch die nahen Straßen, begleitet vom heftigen Wind. Abwechselnd ziehen wir Anorak aus und an im Rhythmus von Sonne und Regen. Der Regenschirm ist nutzlos, außer man möchte wie Mary Poppins oder der fliegende Robert davon fliegen. Täglich suchen wir eine Foodhalle auf, keine 10 Minuten zu Fuß erreichbar, eine große Halle mit vielen asiatischen Ständen bzw. Garküchen, eingerahmt mit Abbildungen und Preisen der einzelnen Gerichte. Ganz Asien ist dort mehrfach vertreten und mittags dicht bevölkert vom Büropersonal und vereinzelten Touristen. Wenn es nicht regnet, genießen wir nachmittags den Balkon (Westseite) mit der Aussicht auf das Wasser mit den aus- und einlaufenden Schiffen und der Hafenecke mit dem „Maritime Museum“, das nachts beleuchtet ist. Sehr erholsam verbringen wir die Zeit in Auckland.

Ab 25.Januar sind wir unseren Camper on the road nach Süden.

Ob da Zeit für Reisebericht ist???

 

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