Green Lake

50 Shades of Green

2 Flugtickets, 1 Campervan, 2 Wochen Zeit – ist es verrückt für so kurze Zeit einmal um die halbe Erde zu fliegen? Ja! Sollte man es trotzdem tun? Ja!

Zumindest wenn es nicht anders geht. Da die Mitarbeit in einem Reisebüro halt manchmal die eine oder andere Vergünstigung mit sich bringt und wir die Tickets nicht verfallen lassen wollen, entschließen wir uns, Neuseelands Nordinsel für 12 Tage zu bereisen. Wir waren beide noch nie dort und die Aussicht auf 2 Wochen Urlaub ohne Kinder – von denen wir beide jeweils 2 haben – ist einfach zu verlockend.

Also werden die Taschen gepackt und los geht’s – an einem Freitag morgen Anfang März um kurz vor 5 mit dem ICE von München zum Frankfurter Flughafen.

Die Anreise mit China Airlines über Taipeh

Wir fliegen mit China Airlines und die lieben Kollegen dort bzw. am Flughafen haben es tatsächlich geschafft, uns von Frankfurt bis Taipeh in die Business Class zu setzen. Ein himmelweiter Unterschied zu Economy und man möchte nie wieder anders reisen! China Airlines fliegt über Taiwan und wir landen um 6 Uhr morgens Ortszeit am Flughafen Taoyuan. Alles hier, inklusive der beeindruckenden Hello Kitty Lounge, hat leider noch geschlossen und auch die Tourist Information öffnet erst um 7 Uhr. Dort können wir uns dann für die Stadtrundfahrt anmelden, die kostenlos für alle Transit-Passagiere angeboten wird, die zwischen 7 und 24 Stunden Aufenthalt haben.

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Ein gut gelaunter Guide begleitet uns und zeigt uns den Zushi Tempel und die danebenliegende „Old Street“, auf der man an den unterschiedlichsten Ständen Backwaren, Obst, Dumplings und Undefinierbares erwerben kann. Nach einem Kurzbesuch im Keramikmuseum haben wir noch eine halbe Stunde Zeit die „Töpferstrasse“ der Keramikstadt Yingge anzuschauen, dann geht es zurück zum Flughafen. Von dort gibt es diverse Busverbindungen in die Stadt, alle für ungefähr 3-4€.

Wir finden einen Bus, der u.a. verschiedene Hotels anfährt, darunter auch das von uns gebuchte Evergreen Laurel Hotel, in dem wir ein paar Stunden schlafen und uns an dem geradezu riesigen Badezimmer inkl. sitzbeheizter Toilette erfreuen. Die Rückfahrt zum Flughafen verläuft ebenfalls problemlos, da der Bus ja wieder gleich vorm Hotel hält.

Gegen 23 Uhr geht es weiter, wieder mit China Airlines – das Filmangebot ist in der Economy genau so gut wie in der Business Class, so dass man die Zeit schon irgendwie rum kriegt. An Schlaf ist natürlich weniger zu denken. Unter anderem, da wir noch einen Zwischenstopp in Brisbane haben. Dort steigen wir aus und müssen unser Handgepäck, das in Taipeh natürlich schon gecheckt wurde, noch einmal durchleuchten lassen, um dann 2 Stunden später wieder in dasselbe Flugzeug einzusteigen. Selten hatte man das Gefühl Zeit sinnloser verbracht zu haben. Jetzt sind es immerhin nur noch 3 Stunden bis Auckland und dort landen wir am Sonntagnachmittag bei sommerlichen Temperaturen und schönstem Sonnenschein.

Ankunft in Auckland

Sommer im März, ein tolle Sache! Von einer Telefonzelle – ja, die gibt’s noch! – können wir über eine kostenlose Nummer bei der Airport Skyway Lodge anrufen, wo wir ein Zimmer gebucht haben, der Besitzer holt uns mit seinem Van am Flughafen ab. Huch, die fahren ja tatsächlich links!! Mangere, ein Vorort  von Auckland nah am Flughafen, bietet nicht viel, aber das ein oder andere Restaurant für ein Abendessen und ein Begrüßungsbier ist schnell gefunden und gleich gegenüber der Lodge liegt die für Work & Travel beliebte Strawberry Farm (www.facebook.com/TheStrawberryFarm), bei der wir am nächsten Morgen einen wahren Berg von Pancakes und leckere Smoothies zum Frühstück bekommen und uns gleich noch mit frischem Obst und Gemüse für die nächsten Tage eindecken.

 

Jucy Campervan – grün, klein und kompakt durch die Nordinsel

Jucy Cabana

Jucy Cabana

Nachdem wir am Montagvormittag unseren Campervan, einen knallgrünen Jucy Cabana mit Schlafmöglichkeit, eingebauter Miniküche und sogar DVD-Player, abgeholt haben und uns mit den nötigen Lebensmitteln für ein paar Tage eingedeckt haben, beschließen wir, das schöne Wetter nicht allzu lange mit Autofahren zu verschwenden, sondern nur eine möglichst kurze Etappe zurück zu legen. Also fahren wir ins knapp 40 km entfernte Hunua Falls Reserve und finden eine Übernachtungsmöglichkeit beim Hunua Falls Camp, einem Ferienlager der Presbyterian Church of Aotearoa; eigentlich eher für Schulgruppen u.ä. gedacht, aber der Platzverwalter ist ein älterer Herr, der schon viele Touristen beherbergt hat, aber noch nie zwei zusammen verreisende Frauen, die einfach mal so für 2 Wochen Männer und Kinder zu Hause lassen um ans andere Ende der Welt zu fliegen – „if my wife would have had this idea“ – irgendwie findet er Gefallen an unserer Reise und wir dürfen auf einer Wiese unterhalb des Camps direkt am Fluss unser Auto hinstellen und er schließt für uns die Sanitäreinrichtungen des Platzes auf. Wir nutzen den Nachmittag noch für eine Wanderung zu den nahen Hunua Falls und weiter über den Cosseys Gorge track zum Cossey Speichersee, in dem man leider nicht baden darf. Das holen wir  dann am Wasserfall nach.

Am nächsten Tag geht es weiter ins knapp 200km entfernte Rotorua. Die weite gründe Landschaft ist recht unspektakulär, fast wähnt man sich im Bergischen Land, und die stets mit Neuseeland in Verbindung gebrachten Schafe sind auch nirgends zu sehen. Doch vor Rotorua wird es dann deutlich bergiger und immer mehr Werbeschilder kündigen die actiongeladenen outoor Aktivitäten an, die rundum angeboten werden. Wir begnügen uns am Nachmittag mit einem Spaziergang vom Campingplatz zu den örtlichen Highlights. Der Cosy Gottage Thermal Holiday Park liegt direkt am Seeufer und man kann sich dort seinen eigenen hot pool in den Sand buddeln (http://cosycottage.co.nz).

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Kuirau Park, Rotorua

In wenigen Minuten erreicht man Ohinemutu, eine geschichtsträchtige Maori Stätte mit den typischen bunten Bauten und jede Menge Geothermie – überall blubbert, qualmt und stinkt es. Weiter am Ufer des Lake Rotorua entlang erreicht man die Government Gardens mit Museum und Polynesian Spa. Ein weiterer sehr lohnenswerter Abstecher führt in den Kuirau Park, hier kann man ohne Eintritt zu zahlen jede Menge dampfende Mineralquellen und blubbernde Schlammlöcher in den spektakulärsten Farben bewundern.

Te Puia

Te Puia

Rotorua hat wirklich Unmengen von diesen geothermischen Attraktionen, so auch in Te Puia, auf dessen  Gelände sich neben dem beeindruckenden Pohutu Geysir das New Zealand Maori Arts and Crafts Institute  befindet. Hier kann man sich das Whakarewarewa Thermal Valley und verschiedene Maori Shows anschauen  und viel über die Schnitz- und Baukünste der Maoris lernen. Grundlage des Zentrums ist nicht allein die reine  Darstellung der Maorikultur für die Touristen, sondern auch die Wahrung dieser und Weitergabe an die nachfolgenden Generationen.

 

 

 

Canopy Tours

Canopy Tours

 Auch bei den Rotorua Canopy Tours hat man sich der Nachhaltigkeit und dem Naturschutz verschrieben. In den Urwäldern des Mamaku Plateaus unweit von    Rotorua werden beeindruckende Ein- und Aussichten geboten – auf einer Zipline Tour saust man über die immergrünen imposanten Baumkronen und  Riesenfarne und läuft über riesige Hängebrücken von einer Baumwipfel Plattform zur nächsten.  Das ganze natürlich gut gesichert und begleitet von zwei  überaus  gut gelaunten Guides, die unterwegs noch vieles über die endemischen Baum- und vor allem Vogelarten zu erzählen wissen. Ein Teil der nicht  unerheblichen  Eintrittsgelder wird dafür verwendet, den vom Unternehmen gepachteten Wald von Schädlingen zu befreien – also von allem, was im Laufe der  Zeit an Tieren  eingeschleppt wurde, die die heimischen Vogelarten bedrohen. Die Teilnehmer bekommen seine sehr beeindruckende Einführung in die  verschiedensten Arten  von Fallen, mit denen Wiesel, Ratten und Opossums ins Jenseits befördert werden.

 

 

 

Von so viel roher Gewalt erholen wir uns am nicht weit entfernten Blue Lake,  bei dessen Umrundung man nicht nur einen herrlichen Ausblick auf diesen und den nebenan liegenden Green Lake genießen kann, sondern auch an wunderbaren kleinen Badebuchten vorbei kommt, die mehr als einladend das glasklare Wasser des Sees präsentieren. Nachdem wir beim abendlichen Bier noch den Sonnenuntergang über den Berggipfeln bewundert hatten, empfängt uns der nächste Morgen mit Regen. Eigentlich war eine Fahrt am Lake Taupo vorbei in den Tongariro National Park geplant, um dort bei einer Wanderung die eindrucksvolle Vulkanlandschaft zu sehen. Doch da das schlechte Wetter von Süden her kommt, rät man uns dringend davon ab, ins zentrale Vulkanplateau zu fahren. Zu Recht, wie wir später erfahren, denn aufgrund des schlechten Wetters wurden an diesem Tag dort viele Wege gesperrt. Jetzt wissen wir was es mit den Warnungen vor schnellen Wetterumschwüngen in Neuseeland auf sich hat!

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Stattdessen nehmen wir den von Nutzwäldern gesäumten Highway Richtung Napier, einer ganz im Art Deco Stil erbauten Stadt mit pechschwarzem Strand, an dem wir endlich unsere Füße in die Brandung des Pazifik halten. Den Regen haben wir hinter den Bergen zurück gelassen, die Küste strahlt uns in der Abendsonne entgegen und wir fahren noch ein kleines Stück den Pacific Coast Highway entlang Richtung Norden, um am Lake Tutira zu übernachten. Da es hier keinen voll ausgestatteten Campingplatz gibt, sondern nur ein Plumpsklo und eine einfache Wasserstelle, ist es sehr ruhig und man zahlt lediglich 6$ in die vorhandene Spendenbox. Jetzt lassen sich auch endlich die bisher vermissten Schafe blicken. Als würden sie die entzückende Aussicht auf den See im Abendrot ebenso genießen wie wir, laufen sie immer wieder an uns vorbei und suchen sich die schönsten Ecken zum Grasen. Bei so viel Idylle sehen wir gnädig über die vielzähligen Hinterlassenschaften der blökenden Uferbewohner hinweg.

 

Der Highway, den wir nun weiter befahren, trägt zwar nach wie vor den Pazifik im Namen, doch sehen wir von der viel umworbenen Hawke’s Bay so gut wie nichts, da sich zwischen dem Meer und uns fast durchweg Berge befinden. Bei Wairoa verlassen wir dann auch die große Straße und fahren ins Landesinnere, teils über üble Schotterstraßen,  in den Te Urewera National Park zum Lake Waikaremoana. Diese Region ist Heimat eines Maori Volkes, das sich selber „Kinder des Nebels“ nennt, außerdem gibt es riesige Flächen unberührten Regenwaldes, beeindruckende Wasserfälle und tolle Wanderwege entlang des Sees.

Lake Waikaremoana

Da es zwar keinen Nebel gibt, aber ordentlich stürmt, entscheiden wir uns für den halbwegs geschützten Weg vom Aniwaniwa Visitor Centre zum Lake Waikareiti. Es geht durch teils dichten Buchenwald, vorbei an den mächtigen, in Neuseeland typischen Rimus, zu einer Schutzhütte direkt am See und dann auf demselben Weg zurück.

Übernachten kann man auch mit direktem Seezugang, der Waikaremoana Holiday Park (www.waikaremoana.info) bietet schöne Stellplätze mit Seeblick und zum Glück auch eine große, gut ausgestattete Küche – bei dem Wind versagt der Gaskocher und im Laufe des Abends kommen noch Unmengen Regen dazu. Auch wichtig: es gibt eine Tankstelle! Die sind in dieser Gegend rar gesät, man sollte jede Möglichkeit nutzen, den Tank voll zu machen.

 

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Die Route des nächsten Tages führt uns auf die wunderschöne, einsame Mahia Peninsula. Die Halbinsel an der Hawke’s Bay war ursprünglich eine Insel, die  nach und nach durch eine Sandbank mit der Hauptinsel verbunden wurde. In den weiten seichten Buchten kann man oft Wale und Delfine sehen und  hervorragend baden. An den Stränden finden wir Massen von bezaubernden Muscheln und pittoreskem Treibholz.

 

Die weitere Fahrt durchs Landesinnere nach Opotiki an der Bay Of Plenty wird von den meisten Reiseführern mit „muss man halt fahren, wenn man nicht genügend Zeit für den Küstenweg zum East End hat“ abgehakt, wir fanden die Tour durch die Schlucht entlang des Waioeka River wunderschön, eine der eindrucksvollsten Strecken auf dieser Tour.

Island View Holiday Park

Island View Holiday Park

Wir steuern den wenige Kilometer westlich von Opotiki gelegenen Island View Holiday Park an (www.islandviewholiday.co.nz). Er liegt direkt am Waiotahi Beach und punktet nicht nur mit seinem direkten Zugang zu diesem herrlichen Strand. Das ganze Gelände ist sehr großzügig gestaltet, bietet Tennis-, Petanque- und Volleyballplätze, Freiluftduschen, einladende Hängematten und kostenlos nutzbare Kayaks. Auch die Duschen und die Küche sind in einem einwandfreien Zustand, zudem gibt es einen schön gemachten schattigen Platz mit Grills und Bänken zum draußen essen. Dass dieser Platz einer der günstigsten der von uns besuchten Campingplätze war (und dabei der einzige mit kostenlosem wlan) rundet den guten Eindruck ab. Hier kann man sich sehr gut vorstellen einige Zeit zu bleiben, zumal dieser Küstenabschnitt an der Bay of Plenty mehr als ansehnlich ist und viele schöne Strände und Ausflugsziele bietet. Aber Coromandel wartet auf uns und bis dahin sind es noch einige Kilometer, die wir bei schönstem Wetter hinter uns bringen.

Der Campingplatz am Hahei Beach ist deutlich voller als alle, die wir bisher gesehen haben. Die Coromandel Halbinsel scheint DAS Touristenziel zu sein, das niemand auslässt, der Neuseelands Nordinsel bereist. Nicht zu Unrecht, wie wir gleich am ersten Abend feststellen – auch hier ein wirklich herrlicher Strand (angeblich einer der schönsten Neuseelands) mit großartigem Ausblick auf einige kleine Inseln, die vor uns in der Abendsonne leuchten.

IMGP0018   Wir haben das Glück und können diese wirklich bezaubernde Küstenlandschaft am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein vom Meer aus besichtigen. Im Rahmen einer dreistündigen Kayak Tour umrunden wir nicht nur eine der kleineren vorgelagerten Inseln, sondern schippern auch  zur Cathedral Cove. Hier hat die Meeresbrandung ein riesiges Loch in die Kalkfelsen gefressen, so dass zwei kleine Buchten dadurch  miteinander verbunden sind. Die große Wölbung ist zwar nicht ganz so groß wie eine Kathedrale, aber mindestens so beeindruckend.  In einer der beiden Buchten legen wir mit unseren Kayaks an und versuchen, trockenen Fußes durch die Felsenhöhle in die andere  Bucht zu gelangen – aufgrund der Brandung gar nicht so einfach.

 

 

 

 

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Alleine hier könnte man eine Speicherkarte vollknipsen – die von  Wind und Wellen geformten Felsbrocken, die vom Meer umspült werden, die hohen Felsklippen, an  denen fast waagerecht Bäume  wachsen, das in der Sonne glitzernde Meer… atemberaubende Eindrücke. Bei der Rückfahrt hat man das Gefühl, man könnte ewig so  weiterpaddeln, einfach immer weiter entlang an dieser tollen Küste…

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Doch spätestens am nächsten Tag spürt man die ungewohnten Bewegungen in den Schultern und da es tatsächlich ein paar Regenwolken an den Himmel geschafft haben, sind wir froh, doch nicht mehr per Kayak unterwegs zu sein. Stattdessen erkunden wir die Gegend mit dem Auto, fahren zum Cooks Beach und genießen die wunderbar relaxte Atmosphäre und die Kunst im Garten des Eggsentric Cafe  kurz vor Ferry Landing (www.eggsentriccafe.co.nz). Und was bietet sich an einem Regentag besseres an, als ein Besuch am Hot Water Beach?

 

Hot Water Beach, Coromandel

Hot Water Beach, Coromandel

Wie es hier während der touristischen Hochsaison zugeht mag man sich nicht vorstellen, auch jetzt schaffen wir es kaum, nach den warmen Quellen zu suchen und zu buddeln, ohne jemand anderem auf die Füße zu treten. Der Strandabschnitt, an dem sich die namensgebenden Quellen befinden, ist nicht besonders groß und tatsächlich erst begehbar, wenn sich während Ebbe das Meer weit genug zurückgezogen hat. Bis dahin stehen alle Schaulustigen mit Schaufeln oder großen Kochlöffeln bewaffnet (offenbar nicht nur wir wollten die 5$ Leihgebühr nicht berappen) herum und graben hier und da Testlöcher. Hat man dann endlich warmes Wasser gefunden, ist es gleich so heiß, dass man sich fast die Füße verbrüht. Ein erstaunliches Spektakel.

Den letzten Abend lassen wir in Hahei im Pour House ausklingen, Sitz der Coromandel Brewing Company und eine der wenigen locations um in Hahei essen zu gehen. Aber sicher nicht die schlechteste und verschiedene leckere selbst gebraute Biere, die man auf der schön angelegten Terrasse genießen kann, gibt es auch (coromandelbrewingcompany.co.nz).

Dann ist es soweit – der Tag des Abfluges ist gekommen. Wir fahren die Küsten am Firth of Thames entlang und beschließen, da unser Flug erst am Abend geht, die etwas längere aber auch schönere Strecke an der Küste entlang zu fahren. Also biegen wir hinter Waitakaruru ab und fahren an Miranda Hot Springs vorbei entlang der Seabird Coast, Heimat unzähliger Seevögel. Eindrucksvoll bezeugt wird das durch kilometerlange vermeintliche Sandstrände, die sich bei näherem Hinsehen als riesige Ansammlung leerer Muschelschalen entpuppen, offenbar die Überreste zahlreicher Vogelpicknicke. Wir entscheiden uns auch für Meeresgetier als Mittagessen und steuern die Kaiaua Fisheries mit ihren „award winning“ Fish ’n‘ Chips an. Ganze Busladungen werden hier zum Essen abgeliefert, leider haben uns aber weder die verschiedenen frittierten Fische und Muscheln noch die recht labberigen Fritten überzeugen können. Aber die erneut ganz bezaubernde Küstenlandschaft war den Umweg auf jeden Fall wert! Und rechtzeitig zur Rückgabe des Autos haben wir es auch geschafft. Von einem Jucy Mitarbeiter werden wir zum Flughafen gefahren und müssen nun Abschied nehmen von dieser schönen grünen Insel und ihren netten, hilfsbereiten, entspannten Bewohnern.

 

Der Rückflug
Kurz vor dem Wegnicken gibt es leider wieder einen Zwischenstopp in Brisbane, dann können wir endlich schlafen bzw. Filme gucken und landen nach dem Frühstück (begleitet von ein brillanten Sonnenaufgang über den Wolken)  in Taipeh, hier wieder Ortszeit 6 Uhr morgens. Diesmal wagen wir uns auf eigene Faust in die Innenstadt. Per Bus zum Hauptbahnhof, von dort ein kurzer Ausflug zum Taiwan Handicraft Promotion Center (hier gibt es alles von schön-schrecklichem Porzellan über Andenkenkitsch bis hin zu Spielzeug und Kleidung), dann fahren wir mit der U-Bahn weiter – auf den ersten Blick ist das ganze System der verschiedenen Linien und der Ticketkauf sehr verwirrend, aber auch hier stellen wir erneut fest, dass die Taiwanesen durchweg sehr freundlich und hilfsbereit sind, auch wenn sie oftmals nur wenig Englisch können und die Verständigung schwierig ist. Dies kommt uns auch anschließend im Ostbezirk der Stadt zugute, wo unser Hostel liegt, das wir einfach nicht finden können. Die angegebene Adresse, für Europäer ungewöhnlich mit verschiedenen Abkürzungen und nicht nachvollziehbaren Zahlenangaben, hilft nur wenig weiter, ein freundlicher Herr sucht aber mit uns zusammen so lange, bis wir das Mei Stay gefunden haben – ein sehr nettes Hostel, alles ist relativ neu inkl. der großzügigen Sanitäranlagen. Unser Zimmer hat keine Fenster, aber das ist egal, denn wir sind ja eh nur zum Schlafen hier. Bei Bedarf gibt es aber auch hier wieder kostenlos wlan, außerdem Wasser, Kaffee und Tee so viel man mag (www.meistay.com.tw). Einigermaßen ausgeruht machen wir uns auf den Weg zum Bus, der uns zum Flughafen bringen soll, auch das gelingt wieder nur mit tatkräftiger Unterstützung verschiedener Passanten, aber alles klappt. Der Rückflug startet mit einer halben Stunde Verspätung, aber das ist jetzt auch schon egal, denn eins haben wir auf dieser Reise erneut gelernt – Fliegen heißt warten. In Frankfurt landen wir bei Regen und im Zug nach München bemerken wir bestürzt, dass hier noch alles kahl und braun ist. Aber die Sonne hat es immerhin mit uns hierher geschafft und wärmt uns und die Landschaft. Und bald sehen wir sie auch hier wieder – die 50 Shades of Green, die uns in Neuseeland zwei Wochen lang immer wieder aufs Neue erfreut haben.

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