2500 km mit dem Fahrrad durch Neuseeland

Der Nationalfahrradweg „Nga Haerenga“ ist 2014 komplett!

In die Pedale treten, bis die Waden brennen – aber die Anstrengung ist bei der Umgebung schnell vergessen. Neuseeland auf dem Fahrrad zu erleben, wird immer beliebter, auch abwechslungsreicher. Auf der Nordinsel fahren Radler über eine dampfende, vulkanische Hochebene, durch ausgetrocknete Flussbetten, über Waldwege. Die Südinsel lockt mit alpinem Gelände, Seen- und Küstenlandschaft. In diesem Jahr wird das landesweite Radwegenetz „New Zealand Cyle Trail“, auf Maorisch „Nga Haerenga“, fertiggestellt. Ziel ist es, Neuseelandbesuchern die Landschaft und Kultur des Landes näher zu bringen – vom Fahrradsattel aus.
Der Radweg ist insgesamt 2.500 Kilometer lang und besteht aus 23 verschiedenen Teilstrecken („Great Rides“ genannt), die untereinander kombinierbar sind. Auch in diesem Jahr kommen wieder neue Abschnitte hinzu, die das landesweite Netz vervollständigen. Für Abenteurer soll es auch abseits der Piste weitere Strecken geben. Radfans entscheiden sich für individuelle oder geführte Touren; auch hier wächst das Angebot stetig.

Neue Radwege und Erweiterungen

Rimutaka Cycle Trail (Wellington, Wild Coast)
Der neu eröffnete Teilabschnitt „Rimutaka Cycle Trail“ liegt rund um die Hauptstadt Wellington von Neuseekand. Geübte Fahrer können ihn in zwei bis drei Tagen bewältigen. Die 115 Kilometer lange Strecke startet im Hafen von Wellington, zieht sich um die nördliche Spitze der Bergkette Rimutaka, folgt zwischendurch einer alten Eisenbahntrasse und führt entlang der Südküste bis in die Region Wairarapa, die bekannt für ihre Weinanbaugebiete ist. Nach einer Rast am Ocean Beach ist der letzte und kürzeste Teil der Strecke noch einmal spektakulär: rund um das sogenannte Turakirae Head, wo die Rimutaka Gebirgskette auf den Pazifik trifft. Einheimische nennen diesen Ort zu Recht die Wilde Küste.
Hauraki Rail Trail (Coromandel)
Einfacher Untergrund, flaches Terrain, für alle Fitnesslevel geeignet: Auf der Halbinsel Coromandel wurden die letzten elf Kilometer des 69 Kilometer langen „Hauraki Rail Trails“ vollendet, der nun auch die Städte Waikino und Waihi verbindet, an Farmen vorbei und entlang des Flussbetts des Ohinemuri. Mal geht es durch alte Zugtunnel, dann wieder vorbei an rauschenden Wasserfällen. Wem auf dem letzten Stück von Waikino nach Waihi die Puste ausgehen sollte, kann die Strecke alternativ auch stilecht mit einer Vintage-Eisenbahn zurücklegen. http://www.nzcycletrail.com/hauraki-rail-trail
Clutha Gold & Roxburgh Gorge (Otago)
Die beiden Radwege „Clutha Gold“ und „Roxburgh Gorge“ sind neuerdings auch mit dem „Otago Central Rail Trail“ auf der neuseeländischen Südinsel verbunden und somit Teil des „Nga Haerenga“. „Clutha Gold“ ermöglicht mit seinen 73 Kilometern eine Zwei-Tages-Tour und folgt dabei dem Flusslauf des Cluta Mata-au. Diese Strecke ist spannend für kulturbegeisterte Radler, die sich für alte Bergbausiedlungen und Goldminen interessieren. Unterwegs sind Zwischenstopps in kleinen Goldwäschersiedlungen möglich, jede mit einer eigenen Geschichte und perfekt für eine Stärkung zwischendurch. Aufgrund der einfachen Wegführung und der Einkehrmöglichkeiten auch empfehlenswert für Familien.

Wer noch eine weitere Tagestour dranhängen möchte, folgt ab hier dem 34 Kilometer langen „Roxburgh Gorge“-Weg von Alexandra nach Roxburgh Dam auf früheren Bahntrassen. Schieferhütten, die chinesische Siedler in die Felsen bauten, säumen die Strecke. Eine Pause zwischendurch ist auch schon eingeplant: Zwölf Kilometer des Weges können Radler und Bikes nur per Boot zurücklegen. Die Strecke schließt an den beliebten „Central Otago Rail Trail“ an, der damit 250 Kilometer misst.

Geführte Thementouren

Great Taste Trail
In Nelson warten zwei thematische Radtouren entlang des „Great Taste Trail“: Die gleichnamige Tour ermöglicht Teilnehmern, den Geschmack der Region kennenzulernen und sich mit Einheimischen über die kulinarischen Höhepunkte ihrer Heimat auszutauschen.
Die achttägige „National Park Explorer“-Tour zeigt drei verschiedene Nationalparks: Nelson Lakes, Kahurangi und Abel Tasman National Park. Die kleinen Gruppen legen dabei täglich fünfzehn bis siebzig Kilometer auf flachem Terrain zurück. Das Besondere: Es wird nicht nur geradelt! Denn bei beiden Touren bleibt unterwegs genug Zeit für Meereskajakausflüge, Fallschirmspringen, eine spontane Wellness-Behandlung oder Weinprobe. Der Preis pro Person beträgt etwa 950 Euro und umfasst neben der jeweiligen Tour Unterkunft im Doppelzimmer und Verpflegung. www.escapeadventures.co.nz
Hurunui
Der Radtourenanbieter PureTrails New Zealand bietet eine neue Rundfahrt durch North Canterbury auf der Südinsel von Neuseeland an: Die leichte Tour führt auf 170 Kilometern durch den Bezirk Hurunui. Unterwegs probiert die Gruppe das ein oder andere Gläschen in einem der zahlreichen Weingüter. Ein weiteres Highlight sind die heißen Thermalquellen Hammer Springs für Entspannung zwischendurch. Ziel ist die Küstenstadt Kaikoura, wo zur Belohnung ein Strandpicknick mit Meeresfrüchten wartet. Komfortabel sind nicht nur die gemütlichen Lodges: das Gepäck reist in Fahrzeugen hinterher. Die fünftägige Tour kostet umgerechnet rund 840 Euro pro Person, findet von Oktober bis April statt und beginnt und endet in Christchurch.
Alps 2 Ocean Cycle Trail
Der Radwanderweg „Alps 2 Ocean“ auf der Südinsel führt von den Neuseeländischen Alpen bis zum Tasmanischen Meer. Die 289 Kilometer lange Route beginnt am Lake Pukaki, folgt dem Weg im Schatten des majestätischen Mount Cooks und endet schließlich im historischen Hafen von Oamaru. Die Streckenführung beinhaltet mehrere kurze Anstiege,
hauptsächlich geht es jedoch entspannt bergab. Eine Pause lohnt sich an türkisfarbenen Gletscherseen, Gebäuden mit Architektur aus dem 19. Jahrhundert und der Steinbildhauerei der Maori im Mackenzie Basin.
Der Veranstalter „PureTrails New Zealand“ bietet eine fünftägige Tour an. Auf den Tagesetappen von 25 bis 70 Kilometern begleitet ein Materialfahrzeug die Radler. Der Preis von umgerechnet etwa 900 Euro pro Person beinhaltet Verpflegung und Übernachtung in einfachen, aber komfortablen Gästehäusern und Lodges. Wer kein eigenes Rad dabei hat, kann dies dazubuchen. Die Tour startet und endet in Christchurch und findet zu bestimmten Terminen von November bis Mai statt.
Wer das Exklusive sucht: Heli-Biking heißt der neue Trendsport, bei dem ein Helikopter die Radler samt Ausrüstung direkt zu den besten Spots fliegt und dabei die Gletscher des Mount-Cook-Nationalparks unter sich lässt. Diese Variante empfiehlt sich für Radler mit einem bisschen Abenteuergeist, die auch Lust auf Abfahrten abseits der Radwege haben und Zeit sparen möchten – um in kürzester Zeit nur die schönsten Ecken der Regionen Canterbury und Otago zu erleben.

3 comments

  1. Veit

    Im Jahr 2005 nahm ich eine Auszeit von 3 Monate, flog nach Auckland, kaufte mir ein Rad und machte mich auf den Weg quer durch Neuseeland!
    Über Devenport nach Norden. Stationen waren u.a. Waipu Cove, Whangarei, Whatuwhiwhi (deutschsprachige Tauchbasis), Kaitaia, Kohukohu (thetreehouse) und wieder Richtung Süden über Dargaville, Auckland Rotorua, Napier, Wellington!

    Vorallem Northland, oberhalb von Auckland hat hierbei mein Herz gewonnen und mehrere Reisen haben sich später angeschlossen.
    Die Strecken sind anstrengend, der Asphalt rollt schlecht und ich brauchte bestimmt 2 Wochen als ich dann das erste Mal nach links und rechts schauen konnte, um die Landschaft zu genießen. Bisher ging der Blick nur erschöpft nach unten. Die ersten Tage hatte ich mich auch über Radfahrer gewundert, welche auf Ihren Helmen Kabelbinder, wie Antenne ausgerichtet, nach oben auf dem Helm trugen. Mir kam schlagartig die Lösung,als ich mich Attacken des Vogels „Magpie“ ausgesetz sah! Immer wieder attackierte dieser Vogel mehrfach in Neuseeland meinen Helm und Sonnenbrille, welche in der Sonne glänzen!

    Das Wetter war sehr abwechslungsreich. Von Sonnenschein bis Blizzards mit Frost und Eis war Alles dabei.

    Die Reise führte mich weiter über Picton, nach Blenheim, wo ich mir einen Traum erfüllte und 100h in einem Weinanbaugebiet half. Nach der Arbeit startet ich dann von Renwick aus in die Weinanbaugebiete zum Wein testen, 2-3 Gläser und ich nahm immer die Angebote der Hostels an, mich abzuholen.

    Nun folgte die anstrengenste Route, Richtung Kaikoura. Die Aussage war, radel bitte 120km, dann biegst du an einer Wassertonne mit einem Fahrrad oben drauf ab und radel nochmal 2 km in den Wald hinein. Dort ist wieder ein Farmstay for cyclists. Das war für mich die Route , auf welcher ich die meisten Erfahrungen über mich selbst gemacht habe. Krämpfe, Zuckermangel, Hitze und nur den Blick nach vorn, wo denn die Wassertonne bleibt!

    In Kaikoura beendet ich meine Tour und nahm als Zeitmangel den Bus, um Dunedin, Christchurch, Quennstown, Invargill und Stewart Island schneller zu erreichen. Das Fahrrad war nie ein Problem in den Bussen.

    Rückblickend war dies eine unglaubliche Reise in einer beeindruckend Landschaft. Sie verursacht noch immer Kopfschütteln und Gänsehaut gleichermaßen. Hervorzuheben sind die Menschen, welchen einem auf der Straße anfeuern und im persönlichen Gespräch Respekt zollen. Wer soviel Anstrengungen aufnimmt unser Land kennzulernen, möchten wir kennenlernen, war häufig die Aussage!

    Viel Freude!

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