Rail & Fly: Im Zug zum Flug

Eine komfortable Art, zum Flieger zu kommen, ist per Rail & Fly. Viele Fernreise-Flugangebote haben den Zug zum Flug bereits inkludiert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Draußen kann es stürmen, regnen oder – wie Eline auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen geschehen – schneien, mit der Bahn gelangt man kostengünstig, sicher und – idealerweise – pünktlich zum Flieger.

Aussicht auf das verschneite Wolfsburg Nun gut. Ich gebe es ja zu. Die Deutsche Bahn hat nicht gerade den besten Ruf, wenn es um Pünktlichkeit geht. Ob es nun der alljährlich unerwartete Wintereinbruch (wer rechnet schon mit Schnee und Eis im Winter?!), der Zusammenbruch von Klimaanlagen in der Hitze des Sommers oder eine nicht abreißende Streikwelle ist; irgendeinen Grund für schlechte Presse in Sachen Pünktlich- und Verlässlichkeit der Deutschen Bahn scheint es fast immer zu geben.

Doch Moment! Persönlich bin ich ja bekennender Rail & Fly Fan. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im ICE von Berlin nach Frankfurt/Main, und sehe verschneite Landschaften an mir vorbeiziehen. Oh Wunder, wir sind bereits in Braunschweig – und absolut pünktlich! Und das, obwohl die Bahn in diesem Winter ankündigte, ICEs aufgrund des kalten Wetters drosseln zu wollen – und es dann doch nicht tat.

Rail & Fly: Vier Fliegen mit einer Klappe

Gepäckverstauen beim Rail & Fly: direkt zur Hand, keine FlüssigkeitenkontrolleEin Frankfurter Kumpel wird mich heute netterweise über Nacht aufnehmen, so dass ich morgen um 10 Uhr ausgeruht und entspannt meinen China Airlines Flieger nach Christchurch nehmen kann. Dank Berlins, nun ja, interessanter Flughafen-Politik ist es weiterhin ein echtes Problem, von der Hauptstadt aus internationale Flüge zu nehmen, deshalb war in diesem Fall wieder einmal Frankfurt Abflughafen meiner Wahl.

Ehrlich gesagt ist mir die Rail & Fly – Lösung in diesem Fall deutlich lieber, als einen Zubringerflug von Berlin aus zu nutzen. Erstens habe ich wenig Lust, meine ohnehin schon beachtliche Reisezeit von Frankfurt nach Auckland – über Taipeh und Sydney – um noch einige Stunden in die Länge zu ziehen, zweitens benötige ich zu jedem Berliner Flughafen allein schon eine Stunde Anreisezeit, drittens ist ein Zubringerflug deutlich teurer als Rail & Fly (für das Geld mache ich in Neuseeland lieber eine schöne Tagestour!), und viertens komme ich so mal wieder dazu, sträflich vernachlässigte Frankfurter Freundschaften zu pflegen. Vier Fliegen mit einer Klappe also!

Entspannt unterwegs

Erwähnte ich bereits, dass ich außerdem einfach gerne Bahn fahre? Fliegen ist für mich oftmals notwendiges Übel, Fernbusse gehen mir endlos auf die Nerven, Autofahren zum Flughafen ist allein schon aufgrund horrender Parkplatzkosten indiskutabel, aber Bahnfahren macht mir – meistens – tatsächlich Spaß. Heute ist das mit meinem Rail & Fly Special ganz besonders der Fall, denn ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie hoppelig es beim Durchfliegen den Wolken, die dieses Schneegestöber verursachen, für kleine Cityhopper-Flieger werden kann. Von Start und Landung auf rutschigen Bahnen und stundenlanger Enteisung der Tragflächen fange ich gar nicht erst an. Alles schon erlebt – und selbst mir als Vielfliger wird bei dem Gedanken ordentlich mulmig.

Blick aus dem Zugfenster - Rail & FlyDa bin ich doch lieber per Zug zum Flug auf Schienen unterwegs – und hoffe, dass das Wetter morgen früh etwas freundlicher ist. Mit einem echten Kaffee statt Flugzeugplörre im warmem ICE zu sitzen und das verschneite Winterwonderland an mir vorbeiziehen zu sehen, gibt mir ein wohliges Gefühl, irgendwo zwischen endlich wieder Unterwegssein, vorfreudigem Fernweh und generellem Vorankommen. Nach wochenlanger, fieberhafter Reisevorbereitung habe ich also endlich ein bisschen Zeit, zur Ruhe zu kommen, diesen Blog zu schreiben, und mich auf meine Reise zu freuen.

Start in den Urlaub!

Mein Plädoyer also: Rail & Fly kann und sollte man als Roadtrip und Start in den Urlaub sehen. Ein Bierchen aufmachen, ein Filmchen gucken, ein Büchlein lesen und entspannt zum Flughafen kommen, denn die großen deutschen Flughäfen verfügen über Fernbahnhöfe. Ich hätte also problemlos auch von Berlin aus in gut vier Stunden und mit nur einem Mal umsteigen zum Flughafen Frankfurt/Main fahren können.

Mit dem Zug zum Flug, ganz ohne Flüssigkeitenvorschriften, Flughafenabfertigung und nevenaufreibendem Hin und her zwischen europäischen und internationalen Terminals. So darf Urlaub starten!

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