Cathay Pacific Premium Economy

Premium Economy nach Australien – mit Cathay Pacific

Bequemes Reisen nach Down Under: Eline testet die Premium Economy Class von Cathay Pacific. Diesmal geht es auf einer der schnellsten und komfortabelsten Routen zwischen Deutschland und Australien von Frankfurt via Hongkong nach Melbourne.

Endlich wieder unterwegs! Diesmal zieht es mich für vier Wochen nach Australien, und auf dem Hinweg darf ich die Premium Economy Class von Cathay Pacific testen. Entspanntes Ankommen leichtgemacht – das lasse ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen. Selbst als erklärter Langstreckenflugmuffel freue ich mich darauf, endlich auch einmal mit Cathay Pacific, Hongkongs vielfach international ausgezeichneter Edel-Airline, fliegen zu dürfen.

Cathay Pacific Premium Economy SitzeAm Flughafen in Frankfurt fliegt Cathay Pacific von Terminal 2 ab. Ich habe am Vorabend online eingecheckt und meine Bordkarte selbst ausgedruckt, muss also nur noch mein Gepäck abgeben. Dank Rail & Fly bin ich bereits zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen und am Gepäckabgabe-Schalter ist angenehm wenig los. Nach fünf Minuten und einer netten Unterhaltung mit dem Bodenpersonal („ich drucke Ihnen mal eine schönere Bordkarte, ist ja doch ein nettes Andenken, oder?“) ist mein Gepäck abgegeben und ich mache mich auf den Weg zum Gate.

Eigentlich hätte ich gar nicht so lange vorher am Flughafen anzukommen brauchen, denn für die elektronische Passkontrolle (nur für EU-Bürger) und Sicherheitscheck brauche ich gerade mal 15 Minuten; da setzt der Frankfurter Flughafen ein sehr effizientes System ein. Zum Glück sind Flughäfen ein exzellenter Ort um Leute zu beobachten, so dass mir nicht schnell langweilig wird. Wer allerdings vor dem Abflug ausgiebig steuerfrei Shoppen möchte, wird im Frankfurter Terminal 2 wohl enttäuscht, denn es gibt wirklich nicht viele Geschäfte. Da ich ohnehin über Hongkong fliege und dort noch einmal Sicherheitskontrollen vor mir habe, hatte ich das allerdings ohnehin nicht vor.

Beim Boarding dürfen wir als Premium Economy Passagiere nach den Eltern mit Kleinkindern einsteigen – also bevorzugt vor den normalen Economy Class Passagieren. Beim Einsteigen liegt eine Auswahl an internationalen Zeitungen bereit. Ich verzichte dankend – eine Zeitung finde ich persönlich in einer Flugzeugkabine eher unpraktisch, aber viele andere Fluggäste machen dankbar von der Gelegenheit Gebrauch.

An Bord der Premium Economy Class von Cathay Pacific

Service in der Cathay Pacific Premium EconomyAuf der Strecke Frankfurt – Hongkong nutzt Cathay Pacific üblicherweise eine recht neue Boeing 777-ER. Einmal eingestiegen ist mein erster Gedanke zur Premium Economy Class: „Grün und sicherlich bequem“.

Im Gegensatz z.B. zu China Airlines setzt Cathay Pacific in der Premium Economy Klasse nicht auf Hartschalensitze oder Recliner, sondern auf bequeme, mit knapp 50 cm angenehm breite Sitze, die eigentlich mehr die Bezeichnung Sessel verdienen würden. Ich habe einen Fensterplatz; neben mir sitzt ein freundlicher Geschäftsmann aus Hongkong der, wie er mir erklärt, gerade drei Tage auf Geschäftsreise in Frankfurt war.

Selbst mit meiner kleinen Kameratasche im Fußraum vor mir habe ich bei 96,5 cm Sitzabstand mehr als genug Platz, um meine Grätschen vor mir auszustrecken. Bei meinen 1,83 Metern Größe und mehr Bein als Restkörper ist das durchaus keine Selbstverständlichkeit. Zum Vergleich: In der normalen Economy Klasse werden nur 81,3 cm Sitzabstand geboten. Zur weiteren Bequemlichkeit gibt es eine Fußhalterung, die ich allerdings während des Fluges nicht nutze, um den zusätzlichen Platz unter meinem Vordersitz besser nutzen zu können.

Cathay Pacific Premium Economy Overnight KitDie Sitzkissen sind weder zu hart noch zu weich und ich fühle mich ergonomisch gesehen pudelwohl. Während ich mich noch über meinen „Sessel“ freue, kommt ein netter Flugbegleiter mit einem Tablett voller Sekt – in echten Gläsern! – oder wahlweise Orangensaft und händigt jedem Passagier eine hochwertige Speisekarte aus. Wirklich eine nette Geste, die das gewisse Extra der Premium Economy in den Vordergrund stellt: Entspanntes Fliegen mit Stil, ohne gleich Unsummen dafür ausgeben zu müssen!

Ich lehne mich zurück, nippe an meinen Sekt und fahre in der Erkundung meiner Umgebung für die kommenden 12 Stunden fort. Neben der obligatorischen Kombination aus Decke und Kopfkissen bekommt jeder Fluggast ein hochwertiges Paar Kopfhörer in Lederoptik und einen schicken Overnight-Bag mit Schlafmaske, Socken, Zahnbürste und Ohrenstöpseln.

Entertainment-System bei Cathay Pacific

Jeder Sitz ist mit einem in der angenehm breiten, fest verbauten Armlehne eingelassenen Klapptisch und Mini-Tisch ausgestattet. Selbstverständlich hat außerdem jeder Gast Zugang zum Entertainment-System, das sich wahlweise per Touchscreen oder per Fernbedienung navigieren lässt.

Entertainmentsystem bei Cathay PacificDie in den Vordersitzen eingebauten Bildschirme sind zugegebenermaßen nicht ganz so groß wie bei einigen Konkurrenten, für mich persönlich allerdings völlig ausreichend. Mitgebrachte Geräte, wie etwa Handys, Tablets oder MP3-Player, können per USB an das System angeschlossen werden, so dass auch eigene Musik, Fotos und Videos abspielbar sind.

Im Entertainment-System stehen aktuelle und bekannte westliche, asiatische und chinesische Filme, TV-Programme und Musik zur Verfügung, außerdem eine typische Flugkartenanzeige, einige Spiele und eine eigene Kinderprogramm-Sparte. Viele Inhalte sind auf englisch und chinesisch verfügbar, aber auch diverse auf deutsch synchronisierte Filme entdecke ich beim Stöbern. Auch Untertitel lassen sich an- und ausschalten – eine Option, die ich in Flugzeugen durch den häufigen Druck auf den Ohren und die typischen Flugzeuggeräusche gern nutze.

Premium Economy Mahlzeiten & Schlafen über den Wolken

Cathay Pacific Premium Economy MenüNach dem Abheben kommen die Flugbegleiter mit kleinen Snacks und warmen Tüchern vorbei – eine angenehme Erfrischung vor der Mahlzeit. Zum Mittagessen gibt es in meinem Fall die Auswahl zwischen drei europäisch angehauchten Gerichten: Steak mit schwarzem Pfeffer und Reis, Hähnchen mit Polenta oder vegetarische Pasta mit Blattspinat und gegrillten Paprika. Ich entscheide mich für letztere und werde nicht enttäuscht, denn trotz typischer, nicht besonders attraktiver Aluschälchen ist das Gericht für Flugzeugessen sehr lecker und gut gewürzt. Dazu bekommen Premium Economy Passagiere echtes Metallbesteck (statt Plastik in der regulären Economy-Kabine) und ein Haägen Dasz Eis zum Dessert.

Cathay Pacific: Blick aus dem FensterNachdem ich eine vollen Film geschaut habe („Hunger Games 3 – Part 1“), entscheide ich, dass es Schlafenszeit ist. Das Kabinenlicht ist bereits für die „Nacht“ zwischen den Zeitzonen gedimmt und ich, rechtschaffen müde, lehne mich im Sessel zurück, ziehe meine Schlafmaske auf, versehe mich mit Ohrenstöpseln und befinde mich alsbald im Lummerland.

Im Inneren des Flugzeuges ist es erfreulich ruhig, von den Jetmotoren ist kaum etwas zu hören. Das ist definitiv ein Vorteil der modernen Boeing 777-Varianten, der mir bereits des Öfteren aufgefallen ist. Nur ab und zu dringen leises Babyweinen, Husten oder Gesprächsfetzen aus der (voll ausgebuchten) Economy-Kabine hinter uns, doch bleiben auch diese Geräusche dank räumlicher Trennung erfreulich gedämpft.

So wache ich denn auch pünktlich zum „Frühstück“ halbwegs erfrischt auf und entscheide mich für ein Omelette, Schinken (den ich lieber liegen lasse), frischem Obstsalat und Joghurt. Lecker.

Zwischenlandung in Hongkong & Weiterflug nach Melbourne

Bevor ich mich versehe, leuchten die Anschnallzeichen auf und wir befinden uns im Anflug auf Hongkong. Ortszeit: 6:50 Uhr in der Früh. Meine innere Uhr spielt bereits etwas verrückt, so dass ich froh bin, nach einer Sicherheitskontrolle nur etwa 2 Stunden Aufenthalt am Flughafen selbst zu haben. Alternativ wäre natürlich ein Stopover in Hongkong möglich gewesen, allerdings habe ich mich diesmal dagegen entschieden. Ich schlendere ein bisschen im Flughafengebäude herum, mache ein paar Fotos und bevor ich mich versehe, wird bereits mein Anschlussflug nach Melbourne aufgerufen.

Vor dem Einsteigen wird mein Kabinengepäck von Hand erneut durchsucht – gut, dass ich mir keine Flasche Wasser gekauft hatte. Diesmal bekomme ich einen Gangplatz in der merkbar kleineren Premium Economy Kabine zwischen Hongkong und Melbourne. Der Flug scheint erneut ausgebucht zu sein, zumindest erspähe ich auf meinem Erkundungsgang durch die Maschine keine freien Plätze.

Cathay Pacific Mahlzeit in der Premium Economy Class

Mahlzeit: Streak, Obst und Kuchen

Der Ablauf des Fluges ist ähnlich wie zwischen Frankfurt und Hongkong: Wir bekommen eine weitere leckere Mahlzeit (in meinem Fall: frittierter Heilbutt auf Reis), danach wird wieder das Kabinenlicht gedimmt und wer schlafen möchte, kann dies tun. Da es sich diesmal um einen Tagesflug – Abflug am frühen Morgen, Landung am Abend – handelt, machen weniger Passagiere von dieser Möglichkeit Gebrauch. Auch ich entscheide mich, zunächst den zweiten Teil meines Filmes zu schauen und döse danach einige Stunden vor mich hin. Richtig schlafen kann ich diesmal nicht, dazu bin ich zu aufgedreht vor meinem ersten Besuch in Melbourne. Meiner Nervosität entsprechend begebe ich mich immer wieder zu den Toiletten, die zum Glück von der sehr zuvorkommenden Crew anstandslos sauber gehalten werden. Hier macht sich der Gangplatz bezahlt – so muss ich nicht ständig über meine Sitznachbarin; eine nette Geschäftsfrau aus Melbourne, klettern. Wir kommen schnell ins Gespräch und ich notiere mir schon einmal ein paar gute Café-Tipps für Melbourne.

Vor der Landung gibt es eine weitere Mahlzeit, ich bin allerdings noch voll vom, äh, Mittag(?)essen und bitte stattdessen meine Sitznachbarin, ihre Mahlzeit (ihrer Aussage gemäß ein perfekt medium gebratenes Steak) zu fotografieren.

Fazit: Kurzweilige Flüge und entspanntes Ankommen in Melbourne

Cathay Pacific Premium EconomyUnd dann ist es auch schon soweit: „Ladies and gentlemen, this is the first officer speaking. We are just starting our descent into Melbourne and should land 20 minutes ahead of schedule, so you can get into town a little earlier than planned. The weather looks fine at currently 17 degrees with a few clouds and a light wind going. We do hope you enjoyed your flight with us, enjoy your stay in Melbourne and Australia!“

Der Rest ist schnell erzählt. Die Anschnallzeichen werden angeschaltet, die Ohren ploppen und bevor ich mich versehe sind wir schon weich gelandet. Tatsächlich sind wir 20 Minuten früher als im Flugplan angekündigt gelandet. Das kommt mir durchaus zu Gute, schließlich ist es in Melbourne bereits 21:30 Uhr. Meine innere Uhr ist zwar ziemlich durcheinander, dennoch kann ich kaum glauben, dass der Flug schon vorbei ist.

Seien wir mal ehrlich: Ein Langstreckenflug nach Australien wird wohl nie zu meiner Lieblingsbeschäftigung werden, sondern immer notwendiges Mittel zum Zweck bleiben. Dennoch hat es Cathay Pacific geschafft, dass meine übliche Supermüdigkeit beim Ankommen sich klar in Grenzen hält.

Die Sitze in der Premium Economy Class waren überaus bequem, das Personal stets freundlich und zuvorkommend und die Mahlzeiten waren lecker und reichlich, aber nicht zu schwer. Beide Flüge waren (über)pünktlich und alle Abläufe an den Flughäfen unkompliziert und selbsterklärend. So sollte Fliegen sein!

Nun bin ich also endlich in Melbourne. Ich bin gespannt, welche Abenteuer mich hier erwarten. Zunächst aber erst einmal: Schlafen! Auch hier ist der Cathay Pacific Flugplan gut durchdacht: Sobald ich in meiner Unterkunft angekommen bin, kann ich direkt ins Bett fallen, und am nächsten Morgen ausgeschlafen die Stadt erkunden gehen. Ich freue mich schon darauf!

3 comments

  1. Frank

    Kia ora Eline,

    ich habe mit großem Interesse Deine Beiträge zur PE von China Airlines und zu Cathay Pacific gelesen. Unsere erste (und bis dato letzte) Reise nach NZ war in 2012 mit Emirates in der Economy. Das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmte, aber mit zunehmendem Alter möchte man doch nicht mehr so beengt wie in der Eco üblich reisen.

    Meiner Frau und mir sagt das PE-Angebot von China Airlines sehr zu und Deine drei Blog-Beiträge bestärken unseren ersten Gesamteindruck. Besonders gefallen uns die ’shell-seats‘ (ähnlich den Sitzen im ICE), bei denen der Hintermann in der Schlafstellung die Rückenlehne vom Vordermann nicht ständig im Essen bzw. vor der Nase hat. Manchmal kann man auch den Bildschirm in der Rücklehne gar nicht mehr richtig betrachten, wenn sich der Vordermann zurücklehnt.

    Wie waren dazu im Vergleich Deine Erfahrungen mit den branchenüblichen Recliner-Sitzen auf dem PE-Flug mit Cathay Pacific?

    Da wir nur die Eco-Klassen von Singapore Airlines (AUS 2007) und Emirates (NZ 2012) kennenlernen konnten, könnten Deine Erfahrungen und Einschätzungen zu unserer Entscheidungsfindung beitragen.

    Viele Grüße
    Frank

    • Eline Bakker
      Eline Bakker
      Author

      Hallo Frank,
      vielen Dank für deine Nachricht, gerne gehe ich darauf ein. Persönlich haben mir im direkten Vergleich in der Tat die Hartschalensitze der Premium Economy von China Airlines besser gefallen als die „normalen“ Recliner von Cathay Pacific. Auch da hat man das Essen aber nicht direkt vorm Bauch, wenn der Vordermann sich zurücklehnt und auch der Bildschirm ist noch gut erkennbar, aber es ist schon gefühlt etwas enger, bspw. wenn man mal auf Toilette möchte. Beides ist auf jeden Fall deutlich bequemer als ein normaler Economy Class Sitz.
      Der Nachteil (wenn man das denn so sehen möchte) an China Airlines ist sicherlich der längere Transit und dass es zwischen Taipeh und Neuseeland keine Premium Economy gibt (Business Class Upgrades gibt es nicht immer). Die Kolleg/innen helfen euch bei Bedarf sicher gern telefonisch, die für euch beste Option für einen Premium Eco Flug zu finden (Tel. 089 33980870).

      • Frank

        Hallo Eline,

        danke für Deine Einschätzung. Die fehlende PE-Option zwischen Taipeh und den Destinationen in NZ war uns auch schon aufgefallen, aber nicht so sehr gewichtet worden. Vielleicht rüstet CI bis zu unserem Flug noch seine Flotte auf. 😉

        Außerdem kann man sich bei den ‚kürzeren‘ Flügen TPE-BNE-AKL bzw. AKL-SYD-TPE bei den Zwischenlandungen die Beine vertreten (wir müssen ja immer durch die Sicherheitskontrolle). Entscheidend für uns ist der Komfort bei dem langen Nonstop-Flug zwischen FRA und TPE.

        Den Aufenthalt in Taipeh könnten wir uns (wie auch schon von Dir beschrieben) mit einer Stadtrundfahrt oder einen Stop Over/Sleep Over in Taipeh verkürzen.

        Viele Grüße und danke für das Beratungsangebot
        Frank

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